Ausgabe 01/20

Rind im Bild

Liebe Mitglieder,

das Jahr ist zwar noch jung, doch die Vorzeichen für die Milchviehhalter sind nicht besser als im Vorjahr. Der Veränderungsdruck auf die Landwirte wird hoch bleiben. Dies ist insbesondere für die Milchviehhalter wegen der Unaufrichtigkeit einiger Akteure schwer zu ertragen.

Dazu nur zwei Beispiele.
Der Lebensmitteleinzelhandel verkündet, dass er die Nöte der Milcherzeuger anerkennt und zur Zusammenarbeit bereit ist. Gleichzeitig erhöht er massiv seine eigenen Margen bei wichtigen Milchprodukten, obwohl die großen fünf Ketten sich wöchentlich mit Tiefstpreisen unterbieten. Und schon im Vorfeld eines Spitzengesprächs zwischen Bundesregierung und Handel zu Dumpingpreisen bei Lebensmitteln „verbittet“ sich der Handel jede Einmischung in die Preispolitik. Staatliche Eingriffe in die Ordnungsprinzipien von Angebot und Nachfrage werden strikt abgelehnt.

Im Zuge der Klimadiskussion wird unter anderem auf die besondere Klimabelastung durch die Rinderhaltung wegen des Methanausstoßes verwiesen. Dabei werden jedoch wesentliche Fakten ausgeblendet: Artenreiches Grünland soll wegen seiner CO2-Speicherfähigkeit und aus Artenschutzgründen erhalten werden. Dies geht aber nur mit Wiederkäuern. Außerdem sinkt der Rinderbestand in Schleswig-Holstein seit Jahren. Die amtlichen Viehbestandserhebungen weisen z. B. für Milchkühe den höchsten Stand für das Jahr 1968 mit 518.713 Kühen aus, 2019 wurden in Schleswig-Holstein nur noch 376.902 Milchkühe gehalten. Somit ist automatisch auch der Methanausstoß bereits deutlich gesunken.

Der LKV arbeitet gemeinsam mit Partnern daran, Ihnen zukünftig sogar den Methanausstoß Ihrer Kühe angeben zu können. Die Chancen stehen gut, über die Milchkontrolle belastbare Methanwerte von Einzelkühen zu erhalten mit der Möglichkeit, das Merkmal Methan-Produktion sowohl züchterisch als auch über Fütterungsmaßnahmen bearbeiten zu können.

Meinungen und Stimmungen finden leider oft mehr Gehör als Fakten, speziell, wenn sie besonders laut geäußert werden. Doch in einem fairen Miteinander kommt man letztendlich um die Fakten nicht herum. Zur Milchviehhaltung liefert ausschließlich der LKV wichtige Fakten. Diese widerlegen z. B. auch die Fiktion von der zurückgehenden Nutzungsdauer der Kühe.

Ihre Verbände in Schleswig-Holstein werden Sie weiterhin bestmöglich unterstützen, damit Sie Ihren Betrieb erfolgreich führen können. Die RSH eG hat dies gerade mit einer hervorragenden Präsentation bester Kühe in der Schau „Neumünster am Abend“ getan. Und der LKV wird zukünftig noch mehr Fakten für das Herdenmanagement und für die öffentliche Darstellung liefern, die es aus keiner anderen Quelle gibt.

Alle gemeinsam werden wir die Herausforderungen meistern!

Hergen Rowehl
Geschäftsführer

Ausgabe online lesen auf Desktop, Tablet oder Smartphone