Jungzüchterschau Rausdorf 2019

Jungzüchterschau im Süden Schleswig-Holsteins

Traditionell veranstalten die Jungzüchterclubs der südliche Kreise Stormarn, Lauenburg und Segeberg ihre Jungzüchterschau auf Kreisebene gemeinsam, und so luden sie am 14. April 2019 alle Jungzüchter in die schauerprobte Reithalle der Familie Burmeister nach Rausdorf. 42 junge Starterpaare waren diesem Aufruf gerne gefolgt und stellten sich im Richtring dem kritischen Blick von Ellen Schramm aus Wanderup, die dort gemeinsam mit ihren Eltern und Geschwistern einen Milchviehbetrieb bewirtschaftet. Auch im Schauring konnte Sie selber bereits einige Erfolge und Erfahrung einfahren, so dass sie sich sehr genau in die Teilnehmer hineinversetzen konnte. Wie üblich folgten auch viele Zuschauer der Einladung nach Rausdorf, um die Jungzüchterkasse durch einen Besuch an der Kuchenbar voller lecker, hausgemachter Kuchen auch finanziell ein bisschen zu unterstützen.

Auftritt für die Jüngsten

Pünktlich um elf eröffnete der Jungzüchtervorsitzende des Kreises Stormarn, Philip Ellerbrock aus Westerau, die Schau mit der ersten Klasse, in der der allerjüngste Züchternachwuchs sein Können unter Beweis stellte. Trotz des jungen Alters der Teilnehmer zeigten sie alle schon genau, worauf es an diesem Tag ankommen sollte: Mit stetigem Blickkontakt zur Richterin und harmonischer Vorführung konnte Helene Karlotta Koop von Anfang an überzeugen und sicherte sich somit den 1a-Rang mit ihrer „Jupiler“-Tochter „Warina“ von der Rübcke GbR in Ahrensburg. Ihr folgte auf 1b Sophia Klempau, die mit ihren gerade mal 2 ½ Jahren auch jüngste Teilnehmerin an diesem Tag war. Sie hatte „Hot Molly“ von „Hotspot“ am Halfter, ein Jungtier aus dem Betrieb von Bernd Ellerbrock in Westerau. In Klasse zwei setzte sich Tjark Freyer durch, der Ellen Schramm alle Fragen zu seinem Kalb „wie aus der Pistole geschossen“ beantworten konnte. Er führte seine „Cahill“-Tochter „Wirette“ aus dem elterlichen Betrieb von Vater Thorsten Freyer in Lübeck auch schon am Lederhalfter vor, eine zusätzliche Steigerung des Schwierigkeitsgrades. Auf dem 1b-Rang folgte dahinter Nick Schnoor, der „Wuki“ von der Kaack KG in Ratzbek, eine Tochter des RSH-Vererbers „Metaxa“, jederzeit im Ring voll unter Kontrolle hatte. „Wahnsinn“, die „Urbano“-Tochter von der Rübcke GbR, machte an diesem Tag ihrem Namen zum Glück nicht alle Ehre und benahm sich an der Hand von Jonas-Kalle Koop vorbildlich. Das brachte dann mit einer ruhigen und sicheren Vorführung den Sieg in der Klasse drei. Dahinter auf dem 1b-Rang reihte sich Carlo Kintscher ein und gefiel mit „Blacklist“-Tochter „BS Pippa“ von Elisabeth Weilandt aus Presen auf Fehmarn durch sein ruhiges und stets gleichmäßiges Vorführtempo.

Nach den spannenden Klassenentscheiden ging es nun im Ring um den ersten Siegertitel des Tages. Die sechs besten Paare der ersten drei Klassen zogen nochmals in den Ring, und versuchten Ellen Schramm zu demonstrieren, dass sie ihre Tipps schon jetzt beherzigt hatten. Tjark Freyer konnte am souveränsten an seine sehr gute Leistung aus der Klasse anknüpfen und überzeugte mit einer konstanten, sehr sichereren Vorführleistung. Damit war ihm der Titel „Sieger Jung“ nicht mehr zu nehmen. Der Reservesiegertitel ging an die noch sehr junge Helene Karlotta Koop, Siegerin der Klasse eins, die mit „Warina“ ein starkes Debüt ihrer Jungzüchterkarriere hinlegte.

Übung macht den Meister

In den mittleren Altersklassen steigt mit dem zunehmenden Alter natürlich auch die Erfahrung, die die Teilnehmer schon in Vorführwettbewerben gesammelt haben. Der eine oder andere Handgriff wird immer sicherer, und auch mit der Aufregung wissen die Teilnehmer mit der Zeit besser umzugehen. Das zeigte sich dann auch im hohen Niveau der Leistungen im Ring: An die Spitze der vierten Klasse setzte sich Maxi Gossing, die durch das schnelle und sehr gekonnte Aufstellen ihrer „Ems Red PP“-Tochter „Wanis“ von Stefan Bandholz aus Lübeck die Richterin von sich überzeugen konnte. Wiebke Röttger folgte ihr auf dem 1b-Rang, denn auch sie wusste „Paradiso“-Tochter „Waldkauz“, ebenfalls aus dem Betrieb von Stefan Bandholz, jederzeit richtig zu handeln. Wie schon die kleinere Schwester in der Klasse vier konnte in Klasse fünf auch Marie-Sophie Gossing durch zügiges Aufstellen ihrer „Sharpe“-Tochter „Wolke“ bei Ellen Schramm Punkte sammeln. Sicherlich half hierbei auch ihre Teilnahme am Jungzüchter-Trainingswochenende in Süderbrarup im letzten Jahr, bei dem alle Kniffe des Vorführens und der Tierpräsentation ausgiebig geübt werden konnten. Aileen Alaya Bock konnte sich zusammen mit „Sharpe“-Tochter „OHs Anna“ von Klaus Heldt in Groß Schlamin gegen die weitere starke Konkurrenz in dieser Klasse durchsetzen und belegte durch aufmerksames und gleichmäßiges Vorführen den 1b-Rang. In der letzten Klasse der mittleren Altersgruppen kam es zu einem spannenden Kopf an Kopf-Duell, bei dem am Ende Isabell Fischer die Nase vorne haben sollte. Sie stach mit „Bradnick“-Tochter „Wencke“ aus dem Betrieb von Vater Christian Fischer in Brunsbek mit einer perfekten Vorführleistung aus dem Feld heraus und sicherte sich den verdienten Klassensieg. Dicht dahinter folgte Kerstin Röttger, die mit „Starjuwel“-Tochter „Vera“ von Stefan Bandholz ebenfalls beweisen konnte, was sie im letzten Jahr beim Workshop in Süderbrarup mit auf den Weg bekommen hatte. So war ihr der 1b-Rang sicher.

Auch in den mittleren Altersklassen ging es am Ende „um die Wurst“. Alle drei Klassensieger mochten natürlich auch den „Siegertitel mittel“ mit in den heimischen Stall nehmen, ist er doch zudem die „Eintrittskarte“ zu Wahl des „Grand Champions“ am Ende der Schau. Die Perfektion der Vorführung aus ihrer Klasse konnte Isabell Fischer eins zu eins in die Siegerauswahl übertragen und so gab es aus der Sicht von Richterin Ellen Schramm an ihr kein Vorbeikommen. Den Pokal für den Reservesieger bekam Marie-Sophie Gossing überreicht, die ihre Leistung aus der Klasse ebenfalls sicher bestätigen konnte.

Alte Hasen in Hochform

Mit Klasse sieben sollen nun die alten Hasen Einzug in den Richtring nehmen. Von diesen erfahrenen Teilnehmern konnte Ellen Schramm schon alle Feinheiten erwarten, auf die beim Vorführen eines Rindes geachtet werden muss. Immerhin haben diese Teilnehmer alle schon einige Schauen „auf dem Buckel“ und eine Menge Lehrgeld gezahlt. Marie Sophie Huhne stellte genau das unter Beweis und konnte auf alle Anforderungen der Richterin schnell und sehr exakt reagieren. Damit war ihr und ihrer „Solomon“-Tochter „Vuline“ aus dem Betrieb von Onkel Dirk Huhne in Kasseedorf der 1a-Rang nicht mehr streitig zu machen. Auf 1b folgte dicht hinter ihr Sophie Brunnert, die ihre rotbunte „BS Milka“ von „Baker P Red“ jederzeit unter Kontrolle hatte, genau wusste was sie zu tun hatte und sich nur denkbar knapp geschlagen geben musste. In der achten Klasse zeigten Telse Becker und „Vivaldi“ von Christian Fischer ihr Können. „Vivaldi“ ist eine Tochter der schaubekannten „DM Anni“, Siegerin der mittleren Klassen bei „Neumünster am Abend 2018“ und Grand Champion der Kreistierschau Stormarn 2018. Man kann also getrost sagen, dass hier das Schaublut in der Familie liegt und so gab es auch an diesem Tag kein Vorbeikommen an der souveränen Leistung von Telse Becker und „Vivaldi“. Mit einem 1b-Platz kann man für Marisa Raht getrost von einem mehr als gelungenen Schaudebüt sprechen. Alle im Vorfeld gegebenen Tipps konnte sie sicher in ihrer Vorführleistung mit „Jordy“-Tochter „O Kassandra“ von Bernd Ellerbrock umsetzen und sich so weit vorne in diesem starken Feld platzieren. In der neunten und letzten Klasse der Schau kann man getrost schon von „alten Haudegen“ sprechen, die nun in den Ring zogen und sich ein spannendes Duell an der Spitze lieferten. Mit ihrer „Puck“-Tochter „Vulkan“ aus dem elterlichen Betrieb konnte Johanna Lienau eine absolute ruhige und harmonische Vorführung abliefern. Das brachte ihr am Ende den Klassensieg vor Imke Westphal, die am Anfang mit ihrer „Vancouver P“ von „Selfie“ ein etwas nervöses Tier am Halfter hatte, es aber im Laufe des Richtens gut unter Kontrolle bekam und trotzdem zeigen konnte, dass sie weiß worauf es ankommt.

Bei der letzten Siegerauswahl des Tages ließen sich die Favoriten nicht mehr „die Butter vom Brot“ nehmen. Sowohl Telse Becker als auch Marie Sophie Huhne können in ihrer Jungzüchterkarriere schon Erfolge auf der nationalen Ebene vorweisen, und machten den „Siegertitel alt“ unter sich aus. Keine leichte Aufgabe für Ellen Schramm, diese beiden Paare zu rangieren. Am Ende waren es kleine Nuancen, die Marie Sophie Huhne an diesem Tag besser im Griff hatte, so dass sie den begehrten Siegertitel für sich entscheiden konnte.

Der Grand Champion

Auch bei der anschließenden Wahl des besten Typtieres der Schau hielt Marie Sophie Huhne das Siegertier am Halfter. Ihre „Vuline“, eine „Solomon“-Tochter von Dirk Huhne aus Kasseedorf, konnte Ellen an diesem Tag voll und ganz überzeugen und damit ging dieser Titel nach Ostholstein direkt an den Fuß des Bungsbergs. Um den Erfolg auf der ganzen Linie dann komplett zu machen, konnte sich Marie Sophie Huhne auch bei der letzten und wichtigsten Entscheidung des Tages, der Wahl des „Grand Champion“ gegen ihre Konkurrenten Isabell Fischer und Tjark Freyer durchsetzen.

Die Jungzüchterclubs der Kreise Stormarn, Lauenburg und Segeberg bedanken sich recht herzlich, dass sie abermals bei der Familie Burmeister in Rausdorf zu Gast sein durften und auch bei allen helfenden Händen, die zum Gelingen dieses tollen Tages beigetragen haben. Die Jungzüchter aus dem Süden Schleswig-Holsteins blicken nun schon gespannt in Richtung Rendsburg zur Norla 2019, auf der am Sonntag den 08. September 2019 der große Landesjungzüchterwettbewerb im großen Schauring vor Publikum aus dem ganzen Bundesland ausgetragen werden wird. Auch die Rinderzucht Schleswig-Holstein freut sich auf diesen Tag und hofft auf zahlreiche Zuschauer für unseren Rinderzüchter-Nachwuchs im Land.

Text: Melanie Gockel, RSH eG

Fotots: Lena Kaack, RSH eG

 

Die Prämierungsergebnisse der Jungzüchterschau in Rausdorf vom 14.04.2019 finden Sie in der Anlage.