Jungzüchterschau der Kreise RD-ECK und PLÖ

Gelungener Abschluss in Holzbunge

Die Jungzüchtersaison des Frühjahrs 2019 fand mit der vorerst letzten Schau auf Kreisebene am Sonntag, den 28. April in der Halle des Lohnunternehmens Rüchel-Plöhn GmbH in Holzbunge einen mehr als gelungenen Abschluss. Eingeladen waren zudem auch wieder die Jungzüchter aus dem Kreis Plön. Bei bedeckten Himmel und etwas frischeren Temperaturen stellten sich über 40 Jungzüchter im Richtring dem Urteil von Philip Ellerbrock aus Westerau im Kreis Stormarn, der dort selbst gemeinsam mit seiner Familie einen Milchviehbetrieb mit rund 90 Kühen betreibt. Er ist nicht nur sehr zuchtinteressiert, sondern ist auch selber über Jahre erfolgreich im „Jungzüchtergeschäft“ unterwegs gewesen. Zum zehnjährigen Bestehen der Schau gab es für die Zuschauer noch einen ganz besonderen „Leckerbissen“, denn in einer „Oldie-Klasse“ wollten die „alten Hasen“, mittlerweile jenseits der 25, nochmal beweisen, dass sie über die Jahre nichts von ihrem Können beim Vorführen der Rinder verlernt haben

Auftakt mit den Jüngsten

Nach der Begrüßung durch Neele Harder, der Vorsitzenden des Jungzüchterclubs im Kreis Rendsburg-Eckernförde, ging es im Ring wie gewohnt mit den jüngsten Teilnehmern in die erste Richtrunde. Die erste Klasse wurde von Tim Vollbehr angeführt, der Philip Ellerbrock bereits mit einhändigem Vorführen seiner „Utah“-Tochter „Wea“ von Martin Buhmann aus Fargau-Pratjau bei ruhigem und gleichmäßigem Tempo überzeugen konnte. Auf dem 1b-Rang folgte direkt sein kleinerer Bruder Ove, der als jüngster Teilnehmer der Schau mit seinen drei Jahren dem Richter schon sicher alle Fragen zu seiner „Hotrocket“-Tochter „Wichtel“ beantworten konnte. Das gut gewählte Vorführtempo und der stets korrekt eingehaltene Abstand sowohl zum Richter als auch zur Ringbegrenzung waren die ausschlaggebenden Punkte, die Milla Gravert in der zweiten Klasse ganz vorne laufen ließen. Ihre „Metaxa“-Tochter „Cookie“ stammt aus dem elterlichen Betrieb, der Gravert GbR in Lindau. Dahinter auf dem 1b-Rang lief Johann Wendell mit „SH Pharoline“ aus dem Betrieb seiner Eltern, Heiko und Christine Wendell-Andresen in Beringstedt. Er konnte sein Kalb schon sicher mit einer Hand und mit einem Lederhalfter vorführen, was einen erhöhten Schwierigkeitsgrad bedeutet. In Klasse drei, der letzten jungen Klasse an diesem Vormittag war es Johanna Witte mit der „Revello P“-Tochter „Wage“ von Klaus-Jürgen Tank aus Fockbek, die sich die Position an der Klassenspitze sichern konnte. Ihr korrektes Aufstellen und die hohe Aufmerksamkeit für Philip Ellerbrocks Kommandos konnten ihn vollends überzeugen. Auch Pia Vollbehr machte es ihren beiden jüngeren Brüdern nach und sicherte sich mit ihrer guten Vorführhaltung und der korrekten Kopfhaltung ihres Kalbes, „Bazaar“-Tochter „Wicki“ von Martin Buhmann, den 1b-Rang der Klasse, und damit das Ticket für die nun folgende Siegerauswahl der jungen Klassen.

Hier konnte Pia Vollbehr dann beweisen, dass sie den Hinweisen von Philip Ellerbrock bei der Rangierung ihrer Klasse drei genau zugehört hatte. So konnte sie sich in einer spannenden Entscheidung am Ende gegen die Konkurrenz durchsetzen und verwies Johanna Witte auf Platz zwei, was den Reservesiegertitel jung für sie bedeutete.

Starke mittlere Altersklassen

Weiter ging es nach dieser ersten wichtigen Entscheidung im Richtring mit den mittleren Altersklassen der Schau. Hier konnte sich in Klasse vier Justus Wendell mit seinem Kalb „SH Sunny“, einer „Styx Red“-Tochter, durch sein gleichmäßig gewähltes Tempo und den immer konstanten Abstand zum Ring die Klassenspitze sichern. Nur ganz knapp dahinter folgte Linus Gravert mit seiner „Starjuwel“-Tochter „Lindau“, bei der wohl der Geburtsort bei der Gravert GbR Namenspate war. Er überzeugte den Richter durch eine sehr konstante Leistung und eine sehr gute Kopfhaltung seines Kalbes. Für einen erfolgreichen Familientag sorgte in der Klasse fünf der Sieg von Charlotte Wendell, der älteren Schwester von Johann und Justus, mit ihrer „Armani“-Tochter „Almac Black Angel“, die sie nicht nur zügig, sondern auch schon sehr korrekt und mit einer sehr guten Kopfhaltung aufzustellen wusste. Hinter ihr auf dem 1b-Platz konnte sich mit einer sicheren Halfterführung und dem gewünschten, gleichmäßig ruhigen Vorführtempo Laura Schnoor mit ihrer „Cockney“-Tochter „Waffel“ aus dem Betrieb von Onkel Matthias Schnoor in Dosenbek platzieren. Zu einem Kopf an Kopf-Rennen kam es in der letzten Klasse der mittleren Altersklassen. In Klasse sieben konkurrierten zwei fast schon „alte Hasen“ um den Klassensieg, auch wenn die Bezeichnung in ihrem Alter sicherlich noch nicht ganz zutreffend ist. Filippa Wendell als älteste der vier Geschwister aus Beringstedt und Jenny Stichert, die auch schon einige tolle Erfolge auf der Jungzüchterbühne feiern konnte, konnten beide schon mit Können und Erfahrung im Ring überzeugen. Am Ende entschied sich Philip Ellerbrock hier für Jenny Stichert, die mit ihrer „Arino Red“-Tochter „Merci“ von Heiner Staggen aus Rendswühren bei idealer Kopfhaltung durch ihr schnelles und flüssiges Aufstellen den Sieg einheimsen konnte. Doch auch Filippa Wendell und „Abendstern“ von „Starjuwel“ lösten mit ihrem ruhigen und gekonnten Vorführen und dem 1b-Rang der Klasse das begehrte Ticket für die folgende Siegerauswahl.

Hier konnte Jenny Stichert dann ihre Erfahrung aus den vergangenen Kreis- und Landesschauen voll ausspielen und gewann so souverän den Siegertitel, dicht gefolgt von Charlotte Wendell, die damit einen weiteren tollen Jungzüchter-Erfolg für Familie Wendell-Andresen aus Beringstedt einfahren konnte.

Erfahrung zahlt sich aus

Die letzten zwei Klassen der Schau mit den ältesten, sehr erfahrenen Jungzüchtern sind für den Richter im Ring immer eine besondere Aufgabe. Oft sind es nur Kleinigkeiten, die der Laie gar nicht zu erkennen vermag, die hier über die Rangierung entscheiden. Von Anfang bis Ende präsentierten sich Sarina Andresen und „Kuwait“-Tochter „Vana“ von der Gravert GbR mit einer sehr harmonischen Vorführleistung, was ihnen den Klassensieg der Klasse sieben einbrachte. Auf dem 1b-Rang knapp dahinter liefen Synje Becker und die „Outlast“-Tochter „Grazia“ von Heiner Staggen, die beide stets den korrekten Abstand zu Richter und Ringbegrenzung einhielten und mit einer kontrollierten Vorführleistung punkteten. Mit seiner sehr flüssigen Vorstellung und der besten Halfterhaltung in der Klasse acht konnte sich Christian Vöge hier mit seiner „Doorman“-Tochter „HaH Senora“ von Andreas Bewersdorff in Ruhwinkel gegen die starke Konkurrenz durchsetzen. Den 1b-Rang sicherte sich mit zügigem und korrektem Aufstellen Lina Petersen, deren „HaH Vanille“ eine Stallkollegin von Christian Vöges „HaH Senora“ ist.

Vier Paare zogen nun nochmals in den Ring, damit Philip Ellerbrock unter ihnen den Siegertitel der alten Klassen vergeben konnte. In aller Ruhe ließ er die Teilnehmer nochmals durch den Ring ziehen und ihre Tiere aufstellen, um sich dann am Ende für das Paar mit der insgesamt harmonischsten Vorführleistung zu entscheiden. Christian Vöge und seine „HaH Senora“ gewannen den Siegertietl der alten Klassen vor Synje Becker mit „Grazia“.

Oldies but goldies

Bevor es zum Ende der Schau um die Wahl des „harmonischten Paares“ im Kreis Rendsburg-Eckernförde ging, wartete auf die Zuschauer noch eine ganz besondere Überraschung. Zum zehnjährigen Bestehen des Jungzüchterclubs im Kreis gab es in der „Oldieklasse“ eine spannende Richtentscheidung unter den alten Hasen. Nicole Harder aus Höbek, Hassan Lameei aus Beringstedt, Ralf Schnede aus Gnutz und Martin Becker aus Borenau waren angetreten, um zu beweisen, dass sie auch auf ihre „alten Tage“ den Jungzüchter-Cracks von heute in nichts nachstehen. In dieser Klasse hatte Nicole Harder mit ihrer ruhigen und immer im Gleichmaß befindlichen Vorstellung ihrer „Applicable“-Tochter „Gretchen“ die Nase vorne, gefolgt von Martin Becker. Der wiederum konnte durch zügiges und flüssiges Aufstellen seiner „Sniper“-Tochter „Ella“ überzeugen.

Nun gab es für Philip Ellerbrock nur noch den letzten Titel des Tages zu vergeben: Wer würde wohl das harmonischte Paar des Kreises Rendsburg-Eckernförde? Bei dieser letzten Entscheidung des Tages konnte Christian Vöge abermals alles umsetzen, was er bei seinem Klassensieg und dem Gewinn des Siegertitels „alt“ schon gezeigt hatte. Viel Harmonie, ruhiges und gleichmäßiges Vorführen mit einer sehr guten Kopf- und Halfterhaltung. Da führte an diesem Tag kein Weg mehr an ihm vorbei und abermals stand er ganz vorne in der Aufstellung.

Ein großer Dank für diesen schönen und ereignisreichen Vormittag gilt nicht nur allen fleißigen Helfern, die zum Gelingen beigetragen haben, sondern vor allem auch Nicole Harder. Die Kreisvereine der Rot- und Schwarzbuntzüchter im Kreis Rendsburg-Eckernförde bedankten sich ganz herzlich für ihren jahrelangen unermüdlichen Einsatz für den Aufbau des Jungzüchterclubs. Nach zehn Jahren gibt sie nun ihren Posten als Vorsitzende weiter an Neele Harder, die voll motiviert das Werk ihrer Schwester fortführen möchte. Die Jungzüchter in Schleswig-Holstein gehen nun in eine kurze „Sommerpause“, bevor es am 08. September 2019 in Rendsburg auf der Norla weitergeht mit dem Höhepunkt des Jahres, der Landesjungzüchterschau 2019, zu der sie schon jetzt recht herzlich eingeladen sind.

 

Text: Melanie Gockel, RSH eG

Fotos: Neele Harder, Höbeck

 

Die Prämierungsergebnisse finden Sie im Anhang.