Zuchtviehauktion vom 15.August 2019

Positiver Start nach der Sommerpause

Nach der traditionellen Sommerpause über die Monate Juni und Juli startete die Zuchtviehauktion der Rinderzucht Schleswig-Holstein (RSH) am 15. August 2019 mit einem kleinen, gut selektierten Angebot in die neue Auktionssaison. Zudem hatten sich zwei auf der Auktion stets sehr aktiv vertretene Betriebe, nämlich Bernd Ellerbrock aus Westerau und Thomas Schmahl vom Milchhof Weseneberg die Arbeit gemacht, sehr gut vorbereitete und herausgebrachte Betriebskollektionen zusammenzustellen. Das brachte zusätzlichen Schwung in das Auktionsgesehen für die weiblichen Tiere. Auch das Wetter spielte mit und brachte mit dem einsetzenden Niederschlag eine kurze Erntepause in Schleswig-Holstein. Die Auktion nahm daher einen positiven Verlauf und die Märkte in beiden Rasseabteilungen konnten mit Ausnahme des großen Angebotes an schwarzbunten Bullen nahezu vollständig geräumt werden.

Kleines Auktionskontingent der Rotbunten

Von den lediglich vier im Auftrieb befindlichen rotbunten Bullen wurden alle gekört und zu einem Durchschnittspreis von 1.733 Euro verkauft. Teuerster Bulle wurde hier die Katalognummer (Nr.) 7, „Veysel“, ein mit sehr soliden genomischen Zuchtwerten ausgestatteter und zudem heterozygot hornloser Sohn des aktuellen RSH Hornlos-Vererbers „Atomic PP“ vom Milchhof Wesenberg. Er brachte für Züchter Thomas Schmahl 1.900 Euro. Das kleine Kontingent der Rotbuntfärsen sowie einiger Rotbunt DN-Kreuzungstiere wurde komplett zugeschlagen und erzielte einen Durchschnittspreis von 1.500 Euro. Die teuerste Red Holstein-Färse war hier die Nr. 68, „Uggi“, eine Tochter des „Talbano P“ aus einer mit 86 Punkten bewerteten Mutter von „Ruacana“, die in der Höchstleistung über 11.000 Mkg brachte. „Uggi“ konnte im Ring mit viel Ausstrahlung und einem guten Euter bei den Käufern punkten, sodass der Hammer hier bei 1.500 Euro fiel.

Breites Angebot bei den Schwarzbunten

Im Gegensatz zur Rotbuntabteilung war das Angebot der Schwarzbunten, vor allem der Bullen, sehr breit gefächert. Von den 21 aufgetriebenen Bullen erhielten 17 durch die Körkommission ihre Zuchtzulassung und gingen in die Auktion. Der Bullenmarkt konnte allerdings ob es für diese Jahreszeit recht üppigen Angebotes nicht vollständig geräumt werden. Der Durschnittpreis lag mit 1.579 Euro leicht unter dem Niveau der Frühjahrsauktionen. Teuerster Bulle war die Nr. 31, Vayrono, ebenfalls ausgestellt von Thomas Schmahl vom Milchhof Wesenberg, der auch schon den teuersten Rotbuntbullen lieferte. Dieser schicke, in einer dunklen Jacke gekleidete „Messenger“-Sohn bestach vor allem durch bestechende Leistungen auf seiner Mutterseite. Neben der Durchschnittsleistung seiner Mutter von über 11.000 Mkg überzeugte vor allem seine Muttersmutter von RSH-Altstar „Zabing“ mit einer Spitzenleistung von über 12.500 Mkg. So viel Leistungsbereitschaft war dem Käufer dann 2.500 Euro wert. Dies zeigt abermals, dass gut herausgebrachte Bullen mit korrekten Fundamenten aus einer ansprechenden, hochleistenden Kuhfamilie den Käufern bares Geld wert sind.

Auch fast alle aufgetriebenen schwarzbunten Färsen konnten einen neuen Besitzer finden, dies zu einem durchschnittlichen Preis von 1.469 Euro, was ebenfalls einen leichten Preisrückgang zu den im Frühjahr erzielten Auktionsergebnissen bedeutet. Die Preisspitzen bildeten mit einem Zuschlagspreis von 1.650 Euro zwei Tiere. Zum einen die Nr. 46, „Unfug“, eine „Carlo“-Tochter aus der Betriebskollektion von Bernd Ellerbrock aus Westerau, die vor allem mit ihrem sehr korrekten Fundament und einem fest ansitzenden, sehr guten Euter bei den Käufern punktete. Die zweite Färse mit dem Spitzenpreis des Tages stammte aus der Betriebskollektion des Milchhof Wesenberg, eine „Blacklist“-Tochter mit guten genomischen Zuchtwerten im Zusammenspiel mit sehr hohen Einsatzleistungen bei Mutter und Großmutter, allesamt jenseits der 10.000 Mkg. Vater „Blacklist“ startet ab September neu im töchtergeprüften Bullenprogramm der RSH mit sehr guten Zuchtwerten, vor allem für Leistung, Inhaltsstoffe, Nutzungsdauer und Zellzahl bei einem sehr leichten, färsengeeigneten Kalbeverlauf.

Angler Nachwuchshoffnungen

Wer zum Abschluss dieser ersten Auktion der neuen Saison noch etwas Farbe in seinen Bestand bringen wollte, oder nicht genug weiblichen Nachwuchs im Stall stehen hatte, der hatte noch die Option auf fünf Angler Kuhkälber aus der bekannten Zuchtstätte von Markus Fuschera-Petersen aus Fahrdorf an der Schlei, der zugleich Züchter einiger bekannter Besamungsbullen aus dem Angler-Zuchtprogramm ist. Die Kälber erzielten im Schnitt 350 Euro. Teuerstes Kalb wurde hier mit der Nr. 83 eine „VR Luke P“-Tochter, die ebenfalls hornlose „Welle P“, die für 500 Euro in den Kreis Rendsburg-Eckernförde zugeschlagen wurde.

Die nächste Auktion für schwarz- und rotbunte Bullen sowie weibliche Tiere – nur BHV1-freie Tiere mit amtlicher Bescheinigung – findet am Donnerstag, 19. September 2019 ab 09.30 Uhr in den Holstenhallen Neumünster statt.

Text und Bild: Melanie Gockel, RSH eG