Große Abendauktion am Donnerstag den 21.11.2019

Großes Angebot bei hoher Qualität lässt die Gebote zügig steigen

Die Zuchtviehauktion am Donnerstag, den 21. November 2019 in den Holstenhallen Neumünster wurde von der Rinderzucht Schleswig-Holstein eG (RSH) zum zweiten Mal in diesem Kalenderjahr als Abendauktion durchgeführt. Die Terminauswahl führte seitens der Beschicker zu erfreulich hohen Anmeldezahlen. Diese wurden zudem durch zwei sorgfältig selektierte Betriebskollektionen der Grell Milch GbR in Duvensee und des Milchhofs Wesenberg der Familie Schmahl aus Wesenberg und einer großen Kreiskollektion des viehstarken Kreisverbandes in Nordfriesland aufgewertet. So kamen insgesamt an diesem Abend rund 130 Tiere „unter den Hammer“. Das breite Angebot, das vor allem aus guten, frisch abgekalbten Färsen bestand, lockte eine fantastische Anzahl an Kaufinteressenten und Besuchern an den kleinen Auktionsring in die Holstenhallen. So war die Halle bereits kurz nach Beginn bis fast auf den letzten Platz gefüllt, und Auktionator Claus-Peter Tordsen von der RSH konnte zügige Gebote entgegennehmen.

Rotbunte Färsen begehrter

Die Rasseabteilung der Rotbunten machte den Auftakt für die Auktion, beginnend mit den rotbunten Bullen. Hier konnten nur drei der acht aufgetriebenen Bullen einen Käufer finden, diese allerdings zu sehr soliden Preisen. Teuerster Bulle war hier die Katalognummer 1, „Whiro“, ein sehr korrekter, homozygot hornloser „Lucky PP“-Sohn aus der Zucht von Lars Frohböhs aus Goosefeld. Die Kombination mit seinem genomischen Gesamtzuchtwert (gRZG) von 131 entfachte die Bietergunst für diesen Bullen und ließ den Hammer bei 2.200 Euro fallen. Der in Klasse eins gekörte „Wasja“, ein „Blow Red“-Sohn von Joachim Postel aus Rastorf mit einem gRZG von 125 und sehr hohen Einsatzleistungen von Mutter und Großmutter fand ebenfalls bei den Bietern großen Anklang. Den Zuschlag gab es hier bei 2.000 Euro. So erlösten die rotbunten Bullen insgesamt im Schnitt 1.900 Euro.

Die rotbunten Färsen fanden sehr guten Absatz zu konstanten Preisen, so dass der Markt mit 18 Tieren fast vollständig und zu einem durchschnittlichen Preis von 1.394 Euro geräumt werden konnte. Die teuerste Rotbuntfärse kam aus dem Stall der Rohweder GbR in Buchholz. Die „Laron P“-Tochter „Vivi“ mit der Nr. 199 überzeugte durch Korrektheit, viel Schick und einem tollen Euter bei soliden genomischen Zuchtwerten.

Farbtupfer bringt Verkaufsrekord

Richtig Stimmung in die Halle brachten zwei Braunvieh-Kälber, die Züchter Volker Wehde aus Steinrade mit nach Neumünster gebracht hatte. Der Betrieb, der im Herbst gerade erst mit dem „Ehrenpreis der Landwirtschaftskammer für innovative Ansätze in der Tierhaltung“ ausgezeichnet worden war, züchtet neben seinen vornehmlich Schwarzbunten auch diese besondere Rasse hier oben im Norden. Zwei Bieter hatten sich spontan in die „Premier“-Tochter „Zippy“ verliebt, und so hoben sich die Hände immer wieder in Richtung von Auktionator Claus-Peter Tordsen. Am Ende überschritt das Kalb zuerst die 1.000 und dann auch die 2.000 Euro-Marke, wofür es vom Publikum jeweils Szenenapplaus gab. Am Ende bekam Familie Becker vom Gut Menzendorf in Mecklenburg-Vorpommern bei 2.700 Euro den ersehnten Zuschlag. Da strahlten nicht nur die neuen Besitzer.

Breites Schwarzbuntangebot bringt solide Preise

In der Rasseabteilung der Schwarzbunten gab es auf dieser Auktion ein wirklich breit gefächertes Angebot, vor allen bei den abgekalbten Färsen. Doch den Auftakt machten auch hier wie gewohnt die Bullen. Hier brachte mit 1.900 Euro ein genomisch untersuchter Sohn des „Avenue“ aus einer „App RF“-Mutter das Spitzengebot. „Wallram“ von Hans Tietgen aus Rickling überzeugte die Interessenten mit korrektem Fundament und hohen Einsatzleistungen der mütterlichen Seite.

Die schwarzbunten Abgekalbten konnten zügig und zu guten Zuschlagspreisen verkauft werden. Teuerstes weibliches Tier der Auktion wurde dabei kurz vor Auktionsende die Nr. 206, „HaH Valuta“, wie an ihrem Prefix zu erkennen aus der bekannten Zuchtstätte von Andreas Bewersdorff in Ruhwinkel. Dieser wird im nächsten Jahr bei „Neumünster am Abend“ auch zur Titelverteidigung des „Grand Champion“-Titels, den er 2018 mit „HaH Diana“ gewinnen konnte, in die Holstenhallen Neumünster kommen. „HaH Valuta“, eine Tochter des „Sunlight“, verfügt über ein hervorragendes Euter und kann mit Ausstrahlung und Schautyp sicherlich auch bei der nächsten Landesschau im Januar 2020 überzeugen. Ebenfalls die 2.000 Euro-Marke knackte eine edel lackschwarze und korrekte Tochter des „Stoic“ von Friedrich-Wilhelm Haß aus Holtsee, deren Großmutter über 12.000 kg Milch in der Spitze brachte.

Auch Angler in Auktionslot

Die breite Farbpalette komplettierte an diesem Abend das Rotvieh aus Angeln mit einem kleinen Auktionskontingent von vier Tieren. Der einzige angebotene Angler-Bulle der Auktion präsentierte sich korrekt und sehr gut proportioniert. „Wyne“, der Sohn des „VR Luke P“ aus der Zucht von Bernd Ellerbrock aus Westerau bringt solide Leistungen der Mutterseite und ausgeglichene genomische Zuchtwerte mit und war für den neuen Besitzer mit dem Zuschlagspreis von 1.100 Euro sicherlich ein lohnender Kauf. Bei 1.400 Euro fiel der Hammer für die beiden teuersten weiblichen Tiere der Angler-Rasseabteilung. Die „Virgile“-Tochter „Ultrarot“ mit der Nr. 76 stammt aus der bekannten Angler-Zuchtstätte von Claus-Heinrich Jacobsen in Holtsee. Ihre schauerprobte Großmutter „Minka“ von „Arena“ konnte in den Holstenhallen bei „Neumünster am Abend“ im Jahr 2012 einen Siegertitel gewinnen. Zweite im Bunde mit dem höchsten Zuschlag der Angler-Abteilung war eine Tochter des stark nachgefragten RSH-Vererbers „Sevillo“, „Verona“ mit der Nr. 214 von Bernd Klindt aus Wisch.

Die RSH ist sehr erfreut über den abermals tollen Zuspruch, den diese Abendauktion in den Holstenhallen in der Züchterschaft und bei den Kaufinteressenten ausgelöst hat. Besonderer Dank gilt der Grell Milch GbR in Duvensee und dem Milchhof Schmahl in Wesenberg, sowie den Mitgliedern des Kreisvereins der Holsteinzüchter im Kreis Nordfriesland. Sie alle haben sich große Mühe gemacht, für ihre Betriebs- bzw. Kreiskollektionen sehr gute Tiere vorab zu selektieren und in Neumünster in den Auftrieb zu bringen. Nur durch das Engagement der Züchter im Land kann der Auktionsstandort Neumünster weiterhin mit einem so interessanten Angebot aufwarten wie an diesem Abend.

Die nächste Auktion für schwarz- und rotbunte Bullen sowie weibliche Tiere – nur BHV1-freie Tiere mit amtlicher Bescheinigung – findet am Donnerstag den 12. Dezember 2019 ab 09:30 Uhr in den Holstenhallen Neumünster statt.

 

Text und Bilder: Melanie Gockel, RSH eG