Ausgabe 03/19

Rind im Bild

Liebe Mitglieder,

das laufende Jahr hat neue Themen in den Vordergrund gerückt, auf die die RSH eG reagieren aber auch sich aktiv in die Entwicklung einbringen muss. Klimawandel, Ressourcenschutz aber auch Fragen zum Tierwohl, Tierschutz und Tiertransporte bewegen die Öffentlichkeit. Diesen gesellschaftlichen Veränderungen können sich die Landwirte und Rinderhalter und damit auch die RSH nicht verschließen. Wir müssen uns diesen neuen Herausforderungen stellen, um auch in Zukunft ein bevorzugter Dienstleister und Zuchtproduktlieferant für unsere Mitglieder zu bleiben.

Ein Meilenstein auf diesem Weg wurde mit dem Gemeinschaftsprojekt „Kuh-vision“ der Deutschen Rinderzuchtorganisationen gelegt. Seit April 2019 gibt es die „GESUNDHEITSZUCHTWERTE“ als Resultat dieses Projektes. Diese zeigen auf, welche Vererber widerstandsfähige Nachkommen hervorbringen und verbessern damit effektiv, schnell und zielgenau die Tiergesundheit in der Herde, ohne auf Leistung verzichten zu müssen. Der Gesundheitszuchtwert RZGesund umfasst die vier Komplexe RZEuterfit, RZKlaue, RZRepro und RZMetabol. Der RZGesund bietet dem Tierhalter also eine ausgezeichnete Orientierung und Hilfe bei der Anpaarungsentscheidung und optimiert gezielt und effektiv die Gesamtgesundheit der Herde. Diese einzigartigen Informationen können unsere Milchkuhhalter nun für verbesserte Selektion, gezielte Anpaarung und damit für ihre betriebliche Entwicklung nutzen und gleichzeitig das Tierwohl fördern und verbessern.

Seit Freitag, den 15.02.2019, stehen Tiertransporte in Schleswig-Holstein auf Grund eines publizierten Aufsatzes in einem Fachmagazin im Mittelpunkt des medialen Interesses. Veterinärämter von drei Kreisen des Landes Schleswig-Holstein hatten die Abfertigung von Zuchtrinderexporten in viele Drittstaaten außerhalb der EU kurzfristig ausgesetzt. In den betreffenden Zielländern gäbe es Hinweise auf rituelle Schlachtungen, die für die Tiere mit qualvollen Begleitumständen verbunden seien. Außerdem würden die gesetzlich vorgeschriebenen Bestimmungen zum Tierschutz bei dem Transport der Tiere nicht eingehalten. Dabei wurde keine Differenzierung von Zucht- und Schlachtvieh vorgenommen und medial eine pauschale Verurteilung von Zuchtrinderexporten vorgenommen. Es ist ein ureigenes Interesse der RSH eG, dass die exportierten Tiere vor, während und auch nach dem Transport tierwohlgerecht behandelt werden und das geltende Recht – so vor allem die EU-Tierschutztransportverordnung (Verordnung (EG) Nr. 1/2005) – bei allen Transporten und über die Grenzen der Europäischen Union hinaus eingehalten werden. In Verwaltungs- und Oberverwaltungsgerichtsurteilen wurde die Auffassung der RSH eG bestätigt, so dass weiter Zuchtrinder in Drittländer exportiert werden können. Tierwohl und Tierschutz haben bei allen Tätigkeiten der RSH eG, auch beim Zuchtviehexport, höchste Priorität. Erste Ansätze der Bundesrepublik lassen uns hoffen, dass die derzeitige unterschiedliche Abfertigungspraxis harmonisiert wird und wir zum Herbst wieder weitere Absatzmärkte in Drittländern bedienen und den hiesigen Markt entlasten können.

Die RSH eG hat sich für das nächste Geschäftsjahr viel vorgenommen. Neben der Präsentation auf der NORLA und unserer „Schau Neumünster am Abend 2020“ werden die Informationsveranstaltungen im Herbst und die Entwicklung und Umsetzung der Zuchtprogramme und Dienstleistungen der RSH eG für ihre Mitglieder im Bereich der Besamung und Zuchtviehvermarktung im Mittelpunkt stehen. Nehmen Sie an unseren vielen Veranstaltungen teil und unterstützen Sie uns in unserer Arbeit. Vorstand, Aufsichtsrat und Mitarbeiter werden alles daransetzen, kompetenter und zuverlässiger Partner unserer Rinderhalter zu sein und Sie mit allen uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten unterstützen.

Matthias Leisen
Geschäftsführer

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