NMS am Abend Jungzüchter & Schwarzbunt

Stars und junge Sternchen in den Holstenhallen

Die Landesmeisterschaften der Milchrinder, „Neumünster am Abend“, die große Schau der Rinderzucht Schleswig-Holstein (RSH), die am 23. Januar 2020 in den Holstenhallen in Neumünster stattfand, war nicht nur das Schaufenster für die besten Milchkühe und Rinderzüchter unseres Landes. Auch den Nachwuchstalenten wurde die Möglichkeit gegeben, ihr Können auf der großen Schaubühne unter Beweis zu stellen.

Der Abend startet nämlich traditionell mit dem Typtierwettbewerb der Jungzüchter der RSH, in dem die „Stars von morgen“ unter Beweis stellen wollen, dass sie ein Rind schon optimal für den Preisrichter präsentieren können. Hier gilt es, alle Tricks und Kniffe parat zu haben, um das eigene Tier im entscheidenden Moment perfekt in Szene zu setzen.

Talente der Zukunft

In diesem Jahr gab es vier Jungzüchterklassen zum Auftakt der Schau, bei denen sowohl Schwarz- und Rotbunte, aber auch die Angler im Ring vertreten waren. Das größte Kontingent mit insgesamt 14 Tieren im Wettbewerb stellten, wie auch bei den Schaukühen, die Schwarzbunten, bei denen Henrik Wille zusammen mit Dirk Hassbargen das Richteramt übernommen hatte. In beiden Klassen, in der je sieben Rinder in den Ring zogen, war das Niveau von Anfang an sehr hoch, denn immerhin konnten die jungen Talente schon in einigen kleineren Wettbewerben viele wichtige Erfahrungen sammeln. In der ersten Klasse konnte sich mit einer gleichmäßigen und sehr aufmerksamen Vorführleistung Sven Schramm mit der „Delight“-Tochter „GOG Weda“ von Familie Gonnsen aus Strukum vor Marie Gossing mit „Waldkauz“ von „Paradiso“ aus dem Stall von Stefan Bandholz in Lübeck durchsetzen. Sven Schramm folgt damit der Familientradition seiner älteren Geschwistern Ellen und Torben, die auch schon Erfolge auf Landes- und sogar Bundesebene zu Buche stehen haben. In der zweiten Klasse konnte der Nachwuchs aus dem Stall von Dirk Huhne bereits den Auftakt zu einem Schauabend geben, der für den Züchter aus Kasseedorf zu einem riesen Erfolg werden sollte. Dirk Huhnes Nichte Marie-Sophie Huhne setzte sich hier mit der „Chief“-Tochter „Vilicitas“ an die Spitze, deren Mutter niemand geringere ist als die bekannte Schaukuh „Lustige“, die schon einige Siegerschärpen im Stall in Kasseedorf an der Wand hängen hat. „Emilio“-Tochter „Vanni“ mit Chritsian Wachtel machte den Doppelerfolg in dieser Klasse perfekt. Auch in der folgenden Siegerauswahl konnte Marie-Sophie Huhne ihre souveräne Leistung aus Klasse zwei nochmals wiederholen und holte sich die erste blau-weiß-rote Siegerschärpe des Tages vor Sven Schramm, Klassensieger der Klasse eins.

Die mit zehn Tieren recht große Klasse der Jungzüchter mit ihren rotbunten Jungrindern präsentierte sich trotz der Altersunterschiede recht einheitlich, trotzdem musste Richter Martin Biederbick ein Auge für jedes kleine Detail haben, um die Leistungen rangieren zu können. Am Ende setzte sich hier Svenja Ewerts mit der „Jordy“-Tochter „HSG Fenna“ von Kai Schramm aus Wanderup an die Spitze, vor Jenny Stichert, die mit „Arino Red“-Tochter „Merci“, wie bei ihren früheren Erfolgen, wieder ein Tier aus dem Betrieb von Heiner Staggen aus Rendswühren vorführte. An Svenja Ewerts ging somit auch der Siegertitel der Jungzüchter der Red Holsteins. Der hohe Norden hat neben den Holsteins auch aktive Jungzüchter auf Betrieben mit Anglerrindern, und so starteten hier ebenfalls sechs junge Talente in den Ring. Philip Andersen aus Rosgaard, dessen Eltern Vinzenz und Wiebke für ihre besonderen Leistungen in der Anglerzucht schon durch den Ehrenpreis der Landwirtschaftskammer ausgezeichnet worden waren, konnte sich in dieser Klasse mit einer gekonnten Vorstellung seiner „Twix“-Tochter „Warna“ den Klassensieg und somit auch den Siegertitel der Angler-Jungzüchter sichern. Auf dem 1b-Rang lief Hanna Thomsen, die mit der hornlosen „Hel P“-Tochter „Whisky P“ eine Tochter der bekannten „Eukal“-Tochet „Lady EX90“ durch den Ring pilotierte. Beide Tiere sind im Besitz von Claus-Heinrich Jacobsen aus Hohelieth, dessen Sohn Christian mit „Lady“ später auch noch wieder sehr erfolgreich sein sollte.

Parade der Vererber

Auf Schritt und Tritt folgten den Jungzüchtern die Nachzuchtgruppen jungen Vererber, für deren gelungene Präsentation die RSH-Mitarbeiter besonders viel Herzblut investieren. Vier schwarzbunte Töchtergruppen, drei von RSH-Vererbern und eine Gruppe der Gäste der RinderAllianz, nahmen Einzug in den großen Schauring der Halle eins.

Vorneweg lief „Dijon“, untermalt von „Born in the USA“, denn er stammt von den Ronelee Farms im US-Staat Washington und stand auch Zeit seines Lebens in den USA, obwohl er sich im Besitz der RSH befindet. Er hat mittlerweile über 500 Töchter in der Zuchtwertschätzung und vererbt neben guter Milchleistung vor allem beste weibliche Fruchtbarkeit und leichte Abkalbeeigenschaften. Die Töchter im Ring zeigten sich elegant und milchtypisch, wobei man beachten sollte, dass sie durch ihre etwas spätere Reife zu Beginn über nicht zu viel Substanz verfügen, was sie aber in späteren Laktationen mit guter Tiefe und viel Rippe wieder kompensieren. Die Becken sind gut gelagert und breit, was seine leichten Geburtsverläufe nochmals unterstreicht. Die Euter zeigen sich lang im Voreuter, mit sehr guter Strichplatzierung und -stellung. „Dijon“-Töchter zu melken macht einfach Freude, nicht nur aufgrund der schicken Euter, sondern auch, weil Temperament und Melkbarkeit der Tiere entspanntes Arbeiten möglich machen. Auch auf Färsen kann man „Dijon“ mit gutem Gewissen einsetzen. Siegerin dieser Nachzuchtgruppe wurde „Vanessa“ von Christian Fischer aus Brunsbek.

„Trans-Am“ verbindet man nicht nur mit schnittigen Sportwagen aus dem Fernsehen, sondern in der Rinderzucht azch mit dem „Tribune“-Sohn aus der Familie der „DE SU Oman 6121“, aus der weltweit zahllose Besamungsbullen auf verschiedensten Stationen zu Hause sind. Der noch junge Bulle hat nun rund 300 Töchter in der Milchleistungsprüfung (MLP) und überzeugt mit einem Milchleitungszuchtwert von +1600 kg Milch mit „richtig Dampf unter der Haube“. Zudem sind seine Töchter von Geburt an sehr vital und gesund und werden später problemlose, funktionale und bestens für moderne Laufställe geeignete Milchkühe. Das zeigte auch seine einheitliche, mittelrahmige Gruppe robuster Töchter im Ring. Ihre Fundamente sind sehr korrekt gewinkelt und stabil mit sehr guter Klauenqualität. Vor allem aber die Hintereuter stachen den Fachleuten gleich ins Auge, waren sie hoch sehr hoch angesetzt und breit. „Trans-Am“, der richtige Kandidat für eine solide, leistungsstarke und langlebige Laufstallkuh. „Vally“ von Peter Christian & Hellen Petersen aus Joldelund wurde hier durch die Richter an die Spitze der Gruppe gestellt.

Die dritte Gruppe der Schwarzbunten im Bunde hatte einen weiteren Anreiseweg, kamen sie doch aus dem benachbarten Mecklenburg-Vorpommern und vom Partnerverband der RSH, der RinderAllianz aus Woldegk. Der „Commander“-Sohn „Custos“, der wie auch „Trans-Am“ bei Hartwig Meyer im niedersächsischen Kettenkamp groß werden durfte, gehört mit seinem genomischen Gesamtzuchtwert (gRZG) von 143 zu den höchsten töchtergeprüften Vererbern in Deutschland. Seine Töchter überzeugen neben Leistungsstärke vor allem durch niedrige Zellzahlen und eine lange Nutzungsdauer, Gesundheitsparameter, die auch durch seine guten Gesundheitszuchtwerte gestützt werden. Seine Töchter zeigten viel Körper und Substanz und doch ausbalancierte, harmonische Übergänge. Die Fundamente waren korrekt gewinkelt und mit gesunden Klauen versehen, die Becken allerdings leicht ansteigend. Auch die Euter lassen weder in Vor- noch Hintereuter Wünsche offen und haben ausreichend lange, gut platzierte Striche. Zur 1a-Kuh dieser Nachzucht wurde „Connie“ von der Agrargenonssenschaft Kandelin in Süderholz erkoren.

„Last but not least“ komplettierten als letzte Gruppe die Töchter einer der wenigen „Monterey“-Söhne in Deutschland die Parade. Von „Miracel“ muss man keine Wunder erwarten, aber richtig gute Kühe. Neben ausreichender Leistung gibt er seinen Töchtern hohe Fertilität und gute Kalbeeigenschaften mit auf den Weg. Seine Kälber haben mit einem Zuchtwert für Kälberfitness (RZKalbfit) von 117 absolut beste Chancen auf eine gesunde Aufzucht und einen langen Lebensweg. Die Töchter des „Miracel“ zeigen sich als rahmige, harmonische Kühe mit genügend Substanz und Körpertiefe. Ihre Becken sind zwar leicht ansteigend, dafür aber sehr breit gelagert. Die Fundamente sind korrekt und Trachten und Klauen nicht nur ausreichen steil, sondern auch sehr robust, was sich in einer erhöhten Mortellaroresistenz von 119 mit dem Prädikat „DDPremium“ ausdrückt. Auch die Euter lassen keine Wünsche offen, so dass man bei „Miracel“ durchaus von einem Exterieurvererber sprechen kann, der, passend angepaart, Kühe mit echtem Schaupotential bringt. Die letzte Siegerkuh der Nachzuchtgruppen an diesem Abend wurde „Ohs Vana“ von Klaus Heldt aus Groß Schlamin.

Zum ersten großen Höhepunkt des Abends und zur ersten Wahl eines „Champions“ stellten sich nun die sieben Siegerinnen ihrer Nachzuchtgruppen vor die Richter in den Ring. Und wie schon im Jahr 2018 sollten es am Ende die Gäste sein, die die Nase vorne behalten sollten. Die Nachzucht der RinderAllianz stellte mit der sehr edlen, mit viel Kapazität und einem tollen Euter ausgestatteten „Custos“-Tochter „Connie“ von der Agrargenonssenschaft Kandelin den „Nachzucht-Champion“ 2020 und gewann somit ein wertvolles Kälbertaxi als großzügiger Ehrenpreis der Firma Holm & Laue für ihre Besitzer.

Starke junge Kuhklassen

Nach diesem ersten Höhepunkt ging es im eng gesteckten Zeitplan weiter mit 140 schwarzbunten Kühen im Schauwettbewerb. Besonders erfreulich war die mit 24 Tieren hohe Anzahl an „alten Kühen“ mit fünf oder mehr Kalbungen, die sich dem Wettbewerb stellen wollten. Ein echter Beweis für Schönheit und Langlebigkeit der Schleswig-Holsteiner Milchkühe.

Gleich in der ersten Färsenklasse ging es richtig zur Sache und zwei sehr jugendliche, extrem euterstarke Färsen lieferten sich ein „Kopf-an-Kopf-Rennen“. Ein letztes Quäntchen mehr Eleganz brachte am Ende der „Solomon“-Tochter „Varina“ von Dirk Huhne vor der „Doorman“-Tochter „Vanelli“ von Jens Rohwedder & Henrik Holm aus Bendorf den Klassensieg. In Klasse zwei startete die Reserve des „Nachzucht-Champion“, die „Miracel“-Tochter „Ohs Vana“ von Klaus Heldt in den Einzelwettbewerb und dominierte ihre Klasse klar. Die tiefschwarze „Elbrus“-Tochter „KAX Valente“ von der Rinderzucht Kaack aus Mözen behielt in Klasse drei die Nase vorn. In der vierten Färsenklasse kam sprichwörtlich keiner an der Vollschwester des RSH-Vererbers „Jukebox“ vorbei. Die Rede ist von der „Jetset“-Tochter „HaH Inside“ von Andreas Bewersdorff. So musste sich die Zuchtstätte Staggen, hier mit „Lottaclass“-Tochter „Amy“, wie auch in Klasse drei mit dem 1b-Platz begnügen. In der fünften und letzten Färsenklasse setzte sich die „County“-Tochter „Tibet“ aus dem Besitz von Ralf Schneede an die Klassenspitze.

So eng die Entscheidungen in den einzelnen Färsenklassen auch waren, so eindrucksvoll war der Aufmarsch der Klassensiegerinnen und die Entscheidung über die Siegerfärse. Die Wahl fiel auf die jugendliche und mit viel Entwicklungspotential versehene „Varina“ von Dirk Huhne. Reservesiegerin wurde die „Miracel“-Tochter „Ohs Vana“ von Klaus Heldt, die mit einem extrem fest ansitzenden Euter zu überzeugen wusste. Somit war hier der Doppelerfolg für den Kreis Ostholstein perfekt.

Voraussetzung für die Teilnahme in den Klassen der „jungen Kühe“ waren zwei Abkalbungen. Den ersten Klassensieg schnappte sich die „Solomon“-Tochter „Urania“, abermals aus dem Stall von Dirk Huhne, die sich mit ihrem tadellosen Fundament und ihrem drüsigen Euter gekonnt in Szene zu setzen wusste. „Cyprys P“-Tochter „Tahiti“ vom Milchhof Wesenberg von Thomas Schmal wurde die Klassensiegerin in Klasse sieben, vor der sehr tiefen und milchtypischen „Leeroy“-Tochter „Tiffany“ von Hermann Höppner aus Rümpel. Ein Bilderbucheuter gab es in der Klasse acht im Ring zu sehen: „SH Josie“, die „Silver“-Tochter Heiko & Christine Wendell-Andresen aus Beringstedt und keine geringere als die Mutter von RSH-Starvererber „Gigabyte“, musste sich aber nach einem spannenden Duell der „Dagon“-Tochter „Goldina“ von Heiner Staggen, mit einem perfekten Becken und sehr breiter Vorhand, knapp geschlagen geben. Bei der anschließenden Siegerauswahl fanden Henrik Wille und Dirk Hassbargen nur lobende Worte für die Kuh, die sich dann wenig später mit der blau-weiß-roten Schärpe schmücken durfte: „Eine Kuh, genau wie man sie sich wünscht und wie es heute bei den Zweikalbigen einfach nicht besser geht!“ waren die Worte für die „Cyprys P“-Tochter „Tahiti“ von Thomas Schmahl vom Milchhof Wesenberg.

Dirk Huhne dominiert

Die mittleren Kuhklassen der Kühe mit drei und vier Kalbungen hatten es richtig in sich, und alleine für diese spannenden Auftritte hat sich ein Besuch in den Holstenhallen schon gelohnt. Im Ring tummelten sich viele schauerfahrene Kühe und klangvolle Namen gingen an den Start. Mit Fug und Recht kann man aber behaupten, dass Dirk Huhne an diesem Abend einfach einen richtigen „Lauf“ hatte, setzte er auch in Klasse neun wieder ein Statement: Seine „Sea“-Tochter „Trixie“ führte das Feld durch leichte Vorzüge in der Euterbalance sowie in der Hintereuterhöhe an, vor ihrer Stallgefährtin, der bekannten „Atwood“-Tochter „Mox Rebecca“. Um es gleich vorwegzunehmen - die beiden waren an diesem Abend nicht zu schlagen - sie dominierten nicht nur ihre Klasse, sondern auch die Siegerauswahl „mittel“ und durften so als Siegerpärchen die Heimreise nach Kasseedorf antreten. Diese Dominanz soll aber die Leistungen der weiteren Teilnehmer nicht im Geringsten schmälern. Es ist einfach vielmehr ein Beleg dafür, wie hoch das Niveau gerade in den mittleren Klassen an diesem Abend war. Auch „Effort“-Tochter „Silena“ von Dietmar Pump aus Seth, „Brawler“-Tochter „Samira“ von Jens Rohweder und Henrik Holm, „Doorman“-Tochter „Sina“ von der Halske KG in Schönwalde und „Sid“-Tochter „Rakete“ von Dirk Huhne machten als weitere Klassensiegerinnen tolle Werbung für unsere Rinderzucht im Land.

Die Kuhklassen der ältesten Kühe der Schau werden mit Fug und Recht als die „Königsklassen“ angesehen. Hier treten Kühe in den Wettbewerb, die nicht nur durch ihr Äußeres bestechen können, sondern auch auf ihren Betrieben eindrucksvoll unter Beweis gestellt haben, das Schönheit der Produktivität nicht im Wege stehen muss. Gleich zu Beginn in Klasse 14 gab es hier ein Wiedersehen mit zwei „alten Bekannten“. Ihr hohes Hintereuter und die enorme Rippentiefe waren es, die an diesem Abend die „Gold Chip“-Tochter „Polka“ von Dirk Huhne vor der fundamentstarken „HaH Kylee“ von „Numero Uno“ im Besitz von Karim Ben Fredj aus Schönböken laufen ließen. Einen vordersten Platz gab es in der nächsten Klasse auch für Dietmar Pump aus Seth mit seiner sehr harmonischen „Windbrook“-Tochter „Orakel“, hinter der ein heißer Kampf um den zweiten Platz entbrannte. Zuerst hatte der Preisrichter die kapitale „Snowman“-Tochter „KAX Dejavue“ von der Rinderzucht Kaack in Mözen auf dem zweiten Rang, dahinter die recht scharfe „Sid“-Tochter „IR Wyanet“ von Heiko und Christine Wendell-Andresen. Doch nach genauer Ansicht und ganz knapp vor dem Unterschreiben des Richtprotokolls tauschte er die Ränge dieser beiden Kühe nochmals durch. Klasse 16 ging, wie so viele andere Titel im Schwarzbuntring an diesem Abend, nochmals an Dirk Huhne, dieses Mal mit der „Shottle“-Tochter „Nashville“ gefolgt von seiner „Meritu“-Tochter „Prinzessin“. In der ältesten Kuhklasse setzte sich die sehr frische und in bestechender Form befindliche „Braveheart“-Tochter „HvH Libelle“ von Paul Hameister aus Timmaspe vor die euterstarke „Ice Pack“-Tochter „Karthargo“ von Jann Petersen aus Tating.

Und wie schon bei den Siegerauswahlen der jüngeren Kühe setzten sich die „Huhne-Festspiele“ auch in den ältesten schwarzbunten Kuhklassen fort. Die Preisrichter Henrik Wille und Dirk Hassbargen stellten die tiefrippige, substanzvolle Gold Chip-Tochter „Polka“ vor die „Shottle“-Tochter „Nashville“, die durch ihren korrekten Körperbau und durch exzellente Fundament in dieser letzten Siegerauswahl „alt“ überzeugte. Zum Höhepunkt der Schau, der abschließenden Auswahl des „Grand Champions“ über alle Rassen, zogen die Siegerkühe des Abends nochmals in den Ring. Jede dieser Kühe verkörperte in optimaler Weise das, was ihre Züchter durch Jahre intensiver Arbeit an der Rasse erreichen wollten. Jede von ihnen hätte an diesem Abend sicherlich den Titel verdient. Ein Züchter aber konnte an diesem Abend schon durch seine vier Sieger- und drei Reservesiegertitel demonstrieren, dass es an ihm an diesem Abend kaum ein „vorbeikommen“ geben sollte. So fiel der letzte erlösende Klaps des Abends auf ein schwarzbuntes Hinterteil, und zwar auf eines aus Kasseedorf: Die „Gold Chip“-Tochter „Polka“ wurde als „Grand Champion 2020“ für Dirk Huhne quasi die Kirsche auf der Sahnehaube dieses Abends. Für ihn gab es als Sonderehrenpreis eine nagelneue Sensetime-Brunsterkennungsanlage als Spende des großzügigen Sponsors SCR by Allflex.

Die RSH ist sehr dankbar und immer wieder überwältigt von der großen Resonanz bei Beschickern, Züchtern und Zuschauern, die durch die Schau „Neumünster am Abend“ erzeugt wird und bedankt sich ganz herzlich bei allen Akteuren und zahllosen Helfern, die diesen Abend wieder so besonders gemacht haben. Besonders bedanken möchten wir uns auch bei allen großzügigen Sponsoren an diesem Abend, allen vorweg die beiden Titelsponsoren. Das Lely Center Böklund und die H. Wilhelm Schaumann GmbH haben durch ihre großzügige Unterstützung zusammen mit allen anderen Sponsoren des Abends dazu beigetragen, dass alle Schauteilnehmer mit tollen Sach- und Geldpreisen als Lohn für ihre Mühen die Heimreise antreten durften. Wir hoffen sehr sie alle auch 2022 wieder in den Holstenhallen begrüßen zu dürfen, denn „Sterne stehen eben nicht nur am Himmel, für uns stehen Sie auch im Stall!“

Text: Melanie Gockel, RSH

Bilder: Christine Massfeller, Wiebke Krabbenhöft und Melanie Gockel