Zuchtviehauktion in den Holstenhallen

Verspäteter Jahresauftakt mit zufriedenstellenden Preisen

Das Auktionsjahr 2021 konnte für die Rinderzucht Schleswig-Holstein (RSH) durch die Corona-Pandemie leider nicht wie gewohnt mit einer großen „Auktion am Abend“ im Januar beginnen. Der Auftakt konnte aber nun in sehr kleinem Rahmen mit 50 zugelassenen Bietern und Mitarbeitern am 11. März 2021 gemeistert werden. Die RSH bemüht sich weiterhin, unter Einhaltung aller Auflagen zur Eindämmung der Pandemie, den Absatzkanal in Neumünster für die Züchter im Land wie auch für die Kaufinteressenten offen zu halten.

Neben einem kleinen, ausgewählten Kontingent an Zuchtbullen wurde der Auktionsauftrieb auf der weiblichen Seite durch eine Kreiskollektion des Vereins der Holsteinzüchter im Kreis Stormarn e.V. und eine Betriebskollektion der Rinderzucht Kaack GbR aus Mözen im Kreis Segeberg stark aufgewertet. Leider blieben bei den Rotbunt-Bullen als auch bei den schwarzbunten Färsen einige wenige Tiere im Überstand. Das restliche Auktionsangebot konnte insgesamt zu zufriedenstellenden, aber im Vergleich zur extrem hochpreisigen Dezember-Auktion leicht nachgebenden Zuschlagspreisen verkauft werden.

 

Kleines Rotbuntangebot

Von den zur Körung vorgestellten fünf Red Holstein-Bullen erteilte die Körkommission der RSH allen Bullen die Zuchtzulassung, so dass sie in die Versteigerung gehen konnten. Die Käufer boten sehr selektiv auf die Tiere und die Preisspitze konnte hier einen Zuschlagspreis von 1.600 Euro erzielen. Die Katalognummer (Nr.) 7, „Zaker“, ein „Bergamo“-Sohn aus einer „Audoro“-Mutter aus der Zucht von Lars Frohbös in Goosefeld, überzeugte nicht nur mit guter Leistung auf der Mutterseite von über 10.000 Mkg in der Spitze, sondern auch mit einer starken Vorhand bei insgesamt sehr gut entwickelter Körperkonstitution. Die rotbunten Bullen erlösten insgesamt einen Durchschnittspreis von 1.500 Euro.

Die lediglich vier aufgetrieben rotbunten Färsen konnten bei einem Durchschnittspreis von 1.725 Euro alle einen Käufer finden. Teuerstes weibliches Tier war hier die Nr. 33, „Wilina“, eine „Pace Red“-Tochter vom Milchhof Wesenberg aus Wesenberg im Kreis Stormarn. Die zur Auktionskollektion des Kreisvereins gehörende Färse zeigte sich im Ring sehr fundament- und euterstark und konnte auch auf dem Papier mit Spitzenleistungen bei Mutter und Großmutter aufwarten, bis zu 13.000 Mkg im Durchschnitt. Diese Kombination entlohnte der neue Besitzer mit 2.100 Euro.

Gute Preise für Schwarzbunte

Von den elf zur Körung vorgestellten Schwarzbuntbullen erhielten zehn mit dem positiven Körurteil eine Zuchtzulassung. Die schwarzbunten Bullen weckten bei den Käufern rege Begehrlichkeiten und konnten für einen Durchschnittspreis von 1.800 Euro alle zugeschlagen werden. Mit 2.400 Euro nicht nur der teuerste Bulle, sondern auch das insgesamt teuerste Tier der Auktion war die Nr. 17, „KAX Zailis“, ein Sohn des „Merryguy“ von der Rinderzucht Kaack GbR, dessen Mutter „KAX De Soleil“ eine Halbschwester der Mutter des momentanen deutschen Nr. 1-Bullen „Gladius“ ist. Er selbst präsentierte sich im Ring korrekt, mit genügend Länge und auf dem Papier mit einem hohen Euterzuchtwert von 126. Mit der Nr. 18 folgte ihm im Ring direkt ein weiterer Topseller, der für 2.300 Euro zugeschlagen werden konnte. „Zadock“, ein „Keith“-Sohn von Joachim Postel aus Rastorf, entlockte mit seiner Körperstärke und dem fehlerlosen Exterieur seinem neuen Besitzer dieses hohe Gebot. Als Dritter im Bunde konnte auch die folgende Nr. 19, „Spark Red“-Sohn „Zahi“ vom Milchhof Wesenberg, durch seinen leistungsstarken Kuhstamm und eine mit 88 Punkten „very good“ bewertete Mutter von „McCutchen“ die Käuferschaft überzeugen und wurde ebenfalls für 2.300 Euro zugeschlagen.

Auf die schwarzbunten weiblichen Tiere boten die Käufer sehr qualitätsorientiert und die 14 verkauften Färsen erlösten insgesamt einen Durchschnittspreis von 1.660 Euro. Preisspitze war hier die Nr. 43, „Wrangler“, ebenfalls Teil der Kreiskollektion Stormarn und ausgestellt vom Milchhof Wesenberg. Die mit viel Leistungspotential ausgestattete Tochter des „Iceland“ zeigte sich körper- und fundamentstark im Ring und so fiel der Hammer von Auktionator Claus Peter Tordsen hier bei 2.350 Euro. Insgesamt wurde das Engagement des Kreisvereins aus Stormarn in der Vorabselektion der Tiere mit einem Durchschnittspreis von 1.754 Euro belohnt.

Die RSH hofft weiterhin, auch unter den Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie, den Vermarktungsplatz Neumünster für Züchter und Kunden offenhalten zu können. Die nächste Auktion für schwarz- und rotbunte Bullen sowie weibliche Tiere – nur BHV1-freie Tiere mit amtlicher Bescheinigung – findet voraussichtlich am Donnerstag, den 08. April 2021 ab 09.30 Uhr in den Holstenhallen Neumünster statt. Wichtige Informationen zu den Zutrittsbeschränkungen und -regelungen, sowie zur persönlichen Registrierung zum Betreten des Auktionsgeländes finden Sie tagesaktuell vor der Auktion unter www.rsheg.de.

Text: Melanie Gockel, RSH eG

Foto:Bastian Bornholdt, RSH eG