Landesfleischrinderschau 2019

Beste Zuchtqualität bei durchwachsenem Wetter

Schauerwetter, zeitweiliger Sonnenschein und sehr viele interessierte Besucher – die Landesfleischrinderschau war auch in diesem Jahr einer der Höhepunkte der NORLA in Rendsburg: Etwa 60 Tiere 13 verschiedener Rassen aus 31 Zuchtbetrieben präsentierten sich.

Neben den hervorragenden Vertretern der Intensivrassen Charolais und Limousin, zeigten sich die mittelintensiven Angus, die Welsh Black, die Robustrassen Galloway und Highland Cattle sowie die kleinen Dexter im Wettbewerb. In beeindruckender Weise wurde den Zuschauern und Fachleuten der Zuchtfortschritt der letzten Jahre vorgeführt.

Als Preisrichter konnte Rainer Tornow von der Rinderzucht Berlin-Brandenburg (RBB) gewonnen werden. Seine detaillierten und fundierten Kommentare sorgten für einen interessanten Wettbewerb.

Angus

Die Rasse Angus war in diesem Jahr gut vertreten. Bei den Bullen fiel die Entscheidung für den älteren Bullen „Lancaster“ von der Bayern-Genetik GmbH aus Alt Bennebek. Der Bulle überzeugte den Preisrichter mit viel Qualität der Rasse, einer plastischen Bemuskelung sowie guten Fundamenten. Auf den 1 b Platz kam der harmonische „HAZ Cendo“ von Willi Göttsche aus Hennstedt.

In der ersten Gruppe der Rinder dominierte „IlseAM von Schackendorf“ (1a) von André Martens vor „Fine Bruune Barg“ (Finn Martensen aus Enge-Sande [1b]); „BrasiliaAM von Schackendorf“ (Martens) und „Gotja Bruune Barg“ (Martensen, Enge-Sande) belegten die 1c und 1d-Plätze. Die zweite Gruppe wurde sogleich angeführt von den beiden sehr kompletten Färsen „Blue Iron“ (1a) und „Rahel von Christelhoi“ (1b) von Traute und Kurt Clausen aus Satrup, bei denen sich der Vater „Ironman von Christelhoi“ in sehr positiver Weise einheitlich durchgesetzt hat. Den 1c-Platz errang Wiebke Streichert aus Bebensee mit „Jolie“.

Bei der Siegerauswahl der Angusrinder errangen die beiden Tiere der Zuchtstätte Clausen aus Satrup aufgrund ihrer typvollen Ausstrahlung den Sieger- und Reservesiegertitel der NORLA – ein toller Erfolg!

Dexter

Zwei Dexterrinder der Familie Reulecke aus Kiel konnten sich leider nur untereinander messen: Hier gefiel dem Richter „Isabelle vom Damm“ aus der Zuchtstätte Grot/Gubkow besser als „Ulla von Sylt-Ost“, gezogen von Lobach/Sylt.

Galloway

Bullen: „Black Hawk vom Gladbachtal“ von Jennifer und Carsten Haalck aus Linden, ein äußerst kompletter Bulle, wurde vor „Promoter vom Fieler Moor“ (Christoph Rohrmoser, Hemmingstedt) eingestuft – diese beiden Bullen belegten die ersten beiden Plätze in der Bullenklasse, so dass „Elmar von der Fuhlenau“ (Anja und Jörg Harder, Groß Vollstedt) auf dem 1c-Platz landete.

Die Galloway-Kuhklasse wurde angeführt von „Mary Lou vom Kiebitzberg“ einer „Cremoso“-Tochter aus der Zucht von Hans-Heinrich Mahnke, Harmsdorf, einer typvollen und ausgeglichenen White Galloway-Kuh, die bereits als Färse schon Landessiegerin geworden war. Christoph Rohrmoser errang den 1 b Platz für seine stark entwickelte und bemuskelte sowie typvolle White Galloway-Kuh „Bella vom Fieler Moor“. Den 1 c Platz sicherte sich die schön gezeichnete, weiße „Paloma vom Kiebitzberg“ von Hans-Heinrich Mahnke, vor der 14-jährigen „Engelchen vom Bebensee“ von Mechthild Bening, Bebensee, die ihr 12. Kalb bei Fuß führte.

Der Klassensieg der älteren Färsenklasse ging an „Raja vom Kiebitzberg“. Dieses White Galloway-Rind von Hans-Heinrich Mahnke aus Harmsdorf überzeugte durch eine harmonische Ausstrahlung und gute Fundamente vor „Qeenella vom Bebensee“ (1b, Mechthild Bening). „Marga vom Fieler Moor“ (Christoph Rohrmoser), eine Färse mit viel Ausstrahlung und guter Masse, wurde auf Platz 1c rangiert; so belegten „Rosamunde vom Kiebitzberg“ (Mahnke) den 1d - und die belted Färse der ZG Haalck aufgrund ihrer Entwicklung den 1e-Platz.

In der jüngeren Färsenklasse war „Caro von der Fuhlenau“ von Anja und Jörg Harder nicht zu schlagen (1a). Sie bestach durch ihre hervorragenden Rassemerkmale bei bester Entwicklung. Der 1b-Platz ging an „Ranka“ von derselben Zuchtstätte und 1c schließlich an Jennifer und Carsten Haalck mit „Resi vom Lindenhof“.

Im spannenden Wettbewerb um die Siegerplätze wurde die typstarke und äußerst korrekte „Raja vom Kiebitzberg“ von Hans-Heinrich Mahnke Galloway Landessiegerfärse. Der Reservesiegertitel ging an „Caro von der Fuhlenau“ von Anja und Jörg Harder.

Hereford

2 Bullen und 2 Färsen aus 2 Betrieben wurden aufgetrieben: Dem dänischen Bullen „Apollo“ von Hauke Peters aus Tating wurde der 1a-Platz zugesprochen; der Bulle „Tornado von Wickhorn“, ein vielversprechendes Tier mit korrektem Skelett von Andre Rusch aus Lütjenwestedt, konnte nur den 1b-Platz erreichen, weil er einfach nicht laufen wollte – die Vorführung ist eben Voraussetzung für eine gute Platzierung. Bei den beiden Färsen des Zuchtbetriebs Rusch errang die etwas komplettere „Herzi“ den 1a-Platz, „Hanni“ wurde 1b.

Highland-Cattle

Die Highland-Cattle-Züchter traten mit zwei Färsengruppen an: Der 1a-Platz der ersten Färsengruppe ging an die bestechend schöne, äußerst korrekte „Gloria von Dreimühlen“, und zwar noch vor der prima entwickelten „Milla ut Heidbarg“ von Heiko Krause aus Norderstedt (1b). Die 1c- und 1d-Plätze erreichten zwei bemerkenswerte Färsen des Betriebs Kiene aus Behrensdorf. In der zweiten Färsengruppe der Highlands dominierte „Iseabal vom Bestethal“ der Hahn und Lange GbR aus Rümpel, die eine enorme Ausstrahlung mit überragendem Rassetyp zeigte. Die zweite Färse aus demselben Betrieb wurde 1b und verwies die beiden Färsen von Heiko Krause in dieser Klasse auf 1c und 1d.

Der überaus gute Entwicklungszustand der beiden 1a-Färsen führte am Ende dazu, dass sie den Sieg (Gloria) und den Reservesieg (Iseabal) der Highland-Cattle Färsen insgesamt errangen – ein toller Erfolg bei dieser starken Färsenklasse!

Limousin

Bei den Limousins gingen zwei Rinder in den Wettbewerb. Den 1 a Platz bekam die äußerst typvolle und korrekte „Fanese von Drybarg“ von Jürgen Carstens aus Wittbek zugesprochen. Auf den 1 b Platz kam die sehr ruhige, gut entwickelte und mit einem breiten Becken ausgestattete „Vetivie“-Tochter „Aria vom Schauedamm“ aus der Zucht von Thomas Henningsen, Hürup und im Besitz von Kirsten Hahn, Kiel-Moorsee.

Starker Auftritt der Welsh Black Bullen

Die Rasse wurde in diesem Jahr angeführt von „Earl vom Holmkamp“ aus der Zucht von Sabine und Olaf Eckert, Süsel. Ein Bulle, der durch viel Rassetyp, Länge und ausgeprägter Bemuskelung, insbesondere an Rücken und Keule, überzeugte. Den 1 b Platz sicherte sich der harmonische und mittelrahmige „Emir vom Ammerland“ von der Janssen-Gensch GbR aus Alt Bennebek.

White Park

Die Rasse White Park war sehr würdig auf der NORLA vertreten und wurde von Horst Derjong aus Brinjahe präsentiert. Sein Bulle „Cay vom Wisbeker Dreangel“ zeigte sich hervorragend gezeichnet und absolut ruhig dem Publikum. Bleibt zu hoffen, dass diese vom Aussterben bedrohte Rasse weitere Freunde findet.

Landessieger

Ein weiteres Highlight war der rasseübergreifende Wettbewerb zur Kür von Mr. und Mrs NORLA.

Der Titel Mrs. NORLA wurde an die äußert typvolle und harmonische Angus-Kuh „Blume 16 von Hof Kamerun“ aus der Zucht von Willi Göttsche und im Besitz von der Angus ZG Behnke aus Quarnstedt verliehen.

Besonders beeindruckte der enorme Welsh Black Bulle „Earl vom Holmkamp“ von Sabine und Olaf Eckert. Mit viel Qualität der Rasse und starker Bemuskelung sicherte er sich so den Titel Mr. NORLA.

 

Die Wettbewerbe waren dort, wo sie zustande kamen, auf hohem Niveau. Zu wünschen wären aber mehr Klassen mit mehreren Tieren für einen starken Wettbewerb.

Auch in diesem Jahr haben die Beschicker des Verbandes Schleswig-Holsteiner Fleischrinderzüchter e.V. und der Rinderzucht Schleswig-Holstein eG wieder Bullen, Kühe und Färsen in hervorragender Qualität aufgetrieben, um diese Schau gemeinsam auszurichten – das Konzept ist aufgegangen – die Schau war ein Erfolg!

Unser Dank gilt allen Mitwirkenden dieser gelungenen Veranstaltung, insbesondere den Züchterinnen und Züchtern, aber auch den Organisatoren, der Arbeitsgemeinschaft Schleswig-Holsteinischer Tierzüchter und den vielen Helfern.

Dr. Walter Reulecke, Fleischrinder-Zuchtverband Schleswig-Holstein & Hamburg

Claus Henningsen, Rinderzucht Schleswig-Holstein eG

 

Fotos: Claus-Peter Tordsen, RSH eG