Kreisrinderschau Ostholstein 2019 in Merkendorf

„Miss Ostholstein“ kommt vom Bungsberg

Bei allerbestem Sommerwetter zog es nicht nur bereits zahlreiche Touristen für die Pfingstferien an die sonnige Ostseeküste, auch die Rinderzüchter aus dem ganzen Bundesland pilgerten am Freitag, den 07. Juni 2019 nach Merkendorf bei Neustadt. Hier sollte das lange Pfingstwochenende mit der Frage eingeläutet werden, aus welchem Stall sie stammt, die schönste Kuh im Kreis Ostholstein. Nach sechsjähriger Pause waren sowohl der Kreisverein der Holsteinzüchter als auch die Rinderzucht Schleswig-Holstein (RSH) mit zahlreichen helfenden Händen im Einsatz, um den Rinderzüchtern eine Bühne zu bieten für die Früchte ihrer Arbeit in den Herden. Gerade in diesen nicht ganz einfachen Zeiten für die Landwirtschaft ist es eine Hauptaufgabe für Züchter und Zuchtorganisationen eine gesunde, problemlose und zudem wirtschaftliche Kuh zu züchten. Das dies den Züchtern im Kreis bestens gelungen ist, sollte an diesem Abend den mehr als zahlreichen Zuschauern eindrucksvoll demonstriert werden.

Klaus Heldt aus Groß Schlamin, Vorsitzender des Kreisvereins der Holsteinzüchter, eröffnete die Schau pünktlich um 19.00 Uhr, begrüßte die Zuschauer und bedankte sich schon zu Anfang für die riesige Unterstützung, die diese Schau von allen beteiligten Seiten erfahren hatte. Dann übergab er das Mikrofon an Christian Fischer aus Brunsbek, der an diesem Abend das Amt des Preisrichters innehatte. Er betreibt mit seiner Familie im Kreis Stormarn einen Betrieb mit rund 90 Kühen und ist stets selber begeisterter und erfolgreicher Schaubeschicker auf Landes- und Bundesebene.

Jugendlich schöne Färsenklassen

Den Auftakt der Schau machten wie immer die Färsenklassen der erstkalbigen Kühe. In Klasse eins zeigten sich gleich fünf junge Kühe mit sehr gutem Exterieur und vor allem großen Entwicklungspotential für die Zukunft, ein Attribut, das es bei den Färsenklassen für den Richter auch immer zu berücksichtigen gilt. Siegerin der Klasse wurde mit der Katalognummer (Nr.) 7 „Urania“, eine „Solomon“-Tochter von Dirk Huhne aus Kasseedorf. Sie überzeugte Christian Fischer nicht nur durch ihre Ausstrahlung im Ring, sondern vor allem auch durch Länge und Festigkeit in ihrem sehr drüsigen Euter, dessen hintere Striche perfekt platziert waren. Vor allem die Überlegenheit im Euter bescherte ihr auch den Titel der besten Euterkuh der Klasse. Auf 1b lief die „Delano“-Tochter „Uli“ von Thorsten Freyer aus Lübeck, die viel Entwicklungskapazität durch ihre Rippe erkennen ließ und sich auf sehr guten, klaren Fundamenten durch den Ring bewegte. Auf dem dritten Rang dieser Klasse lief mit der Nr. 9 eine Tochter des beliebten RSH-Bullen „Dijon“, „Ohs Ute“ von Klaus Heldt in Groß Schlamin. In Klasse zwei zeigten sich die Färsen schon etwas weiter in der Laktation und somit auch in der körperlichen Entwicklung. Hier hatte eine Tochter des „Diamondback“ die Nase vorne. „RH Madrid“ mit der Nr. 12, aus der Zucht von Antonius Richter im ostwestfälischen Salzkotten und nun im Besitz von Ute und Hans Jürgen Wendt in Riepsdorf zeigte alles, was ein Richter bei Färsen gerne sehen möchte. Sie präsentierte sich sehr jugendlich mit einem festen und sehr hoch angesetzten Euter, somit wurde „RH Madrid“ auch die beste Euterkuh der Klasse. Hinter ihr reihte sich die „Kingpin“-Tochter „Urte“ von Eric Rohr aus Grube ein, deren sehr korrekt gestellte Vorhand und gute Mittelhand bei schöner Rippentiefe Christian Fischer an diesem Abend überzeugte. Junker Krause aus Süsel hatte mit der „Bookem“-Tochter „Ursula“ die Drittplatzierte der Klasse am Halfter. Auch die Red Holsteins hatten an diesem Abend bei der Preisvergabe ein Wörtchen mitzureden, und so wurde es Rotbunt an der Spitze der dritten und letzten Färsenklasse der Schau. Mit der Nr. 17 siegte in dieser Klasse die Tochter des RSH-Exterieurvererbers „Brekan“ aus der Zucht von Ernst-Heinrich Meiering in Preußisch Oldendorf, ebenfalls in Ostwestfalen-Lippe, und im Besitz der Bähnke- de la Motte Milch GbR in Schaßhagen. Als beste Euterkuh der Klasse hatte „HMH Pia Red“ nicht nur das am höchsten angesetzte Euter, sie überzeugte auch durch perfekte Strichstellung bei ausreichender Strichlänge und einem starken Zentralband. Auch der 1b-Rang dieser Klasse ging an eine Tochter eines RSH-Bullen. „OHs Urte“ von „Dijon“ gefiel Christian Fischer mit viel Breite und Länge im Körper und einem sehr korrekt gelagerten, ausreichend breiten Becken. Hinter ihr rangierte sich „Toska“, eine „Beatstick“-Tochter der Bähnke-de la Motte GbR, auf dem dritten Rang der Klasse ein.

Der erste Höhepunkt des Abends bahnte sich an, als die sechs erstplatzierten Färsen nun in den Ring zogen, um den Färsenchampion unter sich auszumachen. Für Christian Fischer hieß es am Ende: Schwarz oder Weiß? Die helle „Solomon“-Tochter mit der Nr. 7 oder die edel lackschwarze Nr. 12, die „Diamondback“-Tochter als Siegerin der Klasse zwei? Durch die hervorragende Länge und Festigkeit im Euter und die perfekte Strichplatzierung entschied er sich nach kurzer Bedenkzeit für die Nr.7, „Urania“ von Dirk Huhne aus Kasseedorf, der so den ersten Siegertitel des Abends vor der Reservesiegerin „RH Madrid“ von Ute und Hans-Jürgen Wendt einfahren konnte.

Zweitkalbskühe zeigen Entwicklung

Fließend ging es im Ring weiter mit den ersten mehrkalbigen Kühen der jungen Altersklassen, die allesamt zwei Kälber hatten. In Klasse vier zeichnete sich ein Kopf an Kopf-Rennen in der Klassenspitze ab, wobei die beiden Konkurrentinnen sich insgesamt sehr ähnlich waren, was Christian Fischer die Entscheidung nicht leichter machte. Der Klassensieg ging nach eingehender Begutachtung an „Tibana“, eine „Gold Chip“-Tochter von Dirk Huhne, die mit Harmonie im Körperbau „von Kopf bis Schwanz“ und vor allem einem breiten, gut gelagerten Becken überzeugen konnte. Zudem wurde sie mit ihrem hoch aufgehängten Euter auch die beste Euterkuh der Klasse. Trockene, sehr korrekte Fundamente und ein langes, drüsiges Euter waren die Markenzeichen der Zweiplatzierten, „ICH Fantastic“ von „Kaliber“ aus der Zucht von Ute und Hans-Jürgen Wendt. Auf 1c lief in dieser Klasse ihre Stallkollegin „ICH Risiko“, ebenfalls eine Tochter des „Kaliber“. Klasse 5 stellte Richter Christian Fischer insofern vor eine echte Aufgabe, als dass die Kühe dieser Klasse nicht sehr homogen in ihrem Entwicklungsstadium waren- das macht eine vergleichende Beurteilung natürlich noch ein bisschen schwieriger. Am Ende wurde abermals die Klassensiegerin, „Lowery-Red“-Tochter „BS Berry“ von Elisabeth Weilandt von der Insel Fehmarn, mit ihrem hohen Euterboden und dem festen, flachen Euteransatz auch die beste Euterkuh der Klasse. Den 1b-Platz holte sich „Goldday“-Tochter „Tabu“ vom Milchhof Broosch in Techau, mit schöner Festigkeit in der Oberlinie und vor allem ihrem breiten, gut ausbalancierten Becken. Drittplatzierte wurde „Tempo“ von Hornlos-Vererber „Lewitan PP“ von Hans Sach aus Süsel. In Klasse sechs zeigten sich die drei Kühe an der Spitze wieder recht eng beieinander und insgesamt sehr harmonisch und gut proportioniert. Ganz nach vorn stellte Richter Christian Fischer dann die „Sea“-Tochter „Trixie“ von Dirk Huhne, die durch ein sehr feines, trockenes Skelett und eine sehr gelungene Kopf- und Halspartie glänzen konnte. Das beste Euter der Klasse, lang und mit hoher Festigkeit im Euterboden ausgestattet, hatte die Kuh auf dem 1b-Rang, die hornlose „Colt P“-Tochter „Toyota P“ aus der Zucht von Eric Rohr in Grube, im Besitz von Karsten Adeberg in Riepsdorf. Ebenfalls Hornlosbulle „Colt P“ zum Vater hatte die Nr. 43, „Tina P“ von Eric Rohr, die sich in dieser starken Klasse auf dem 1c-Rang platzieren konnte.

Nach diesen drei spannenden Richtentscheidungen in den Klassen vier bis sechs stand ein weiterer Höhepunkt ins Haus: die Siegerauswahl der jungen Kuhklassen. Christian Fischer begutachtete die sechs Kühe im Ring nochmals eingehend und bat dann das Publikum um Applaus für die hohe Qualität dieser jungen, heranwachsenden Kühe, die alle viel Potential für den weiteren Weg erahnen ließen. Siegerkuh der jungen Klassen wurde abermals eine Dame vom Bungsberg: „Gold Chip“-Tochter „Tibana“ von Dirk Huhne überzeugte durch Harmonie und viel Stil in den Übergängen und setzte sich so vor die Reservesiegerin, ihre Stallnachbarin „Trixie“ von „Sea“ mit der Nr. 39.

Kühe mit viel Kapazität

Allesamt drei bis vier Kalbungen auf dem Papier hatten die Kühen in den folgenden drei mittleren Kuhklassen. In Klasse sieben konnte sich eine schicke Dame im dunklen Kleid ganz an die Spitze setzen. „Loh Daisy“ aus der Zucht von Andreas Lohmöller im niedersächsischen Emsbüren ist im Besitz von Ute und Hans-Jürgen Wendt. Die „Adonis-Red“-Tochter bestach durch ihr superkorrektes Becken und die schön gelungene Nierenpartie ebenso wie durch ihren hohen Euterboden. Somit wurde sie auch die beste Euterkuh der Klasse. Aus der bekannten Zuchtstätte Kaack in Mözen stammte die auf 1b laufende „KAX Duchess“ von „Brekem“, jetzt im Besitz von Klaus Heldt. Sie präsentierte sich mit viel Kapazität und ihr Euter überzeugte vor allem in der Hintereuterbreite. Drittplatzierte der Klasse wurde die „Dave P“-Tochter Seeblume von Hans Sach. In Klasse acht zeigte die „Doorman“-Tochter „Sina“ von der Halske KG in Schönwalde nicht nur ihren ausgeprägten Willen und ihr Durchsetzungsvermögen, sondern überzeugte Christian Fischer auch durch ihre Kapazität mit immenser Rippentiefe. Ihr trotzdem sehr harmonisches Exterieur wird durch ein stimmiges, sehr gutes Euter komplettiert, was nicht nur den Klassensieg bedeutete, sondern auch den Titel der besten Euterkuh der Klasse. Eine enge Beziehung hatten Kuh und Besitzerin auf dem 1b-Platz, was Martina Heldt aus Groß Schlamin auch stolz bei der Namensgebung bedachte: Die „Snow RF“-Tochter „Ohs Martinas Angel Red“ zeigte viel Stil und Ausstrahlung in der Vorhandpartie und eine feine Beaderung an ihrem sehr guten Euter. Auf 1c reihte sich hinter den beiden die „Paintball“-Tochter „Reklame“ ein, und machte damit erneut schöne Werbung für den Betrieb ihres Züchters Hans Sach. Die älteste Kuh der mittleren Klassen konnte dann die letzte Klasse dieser Altersgruppe, Klasse neun, für sich entscheiden. Sehr kapital und mit großem Futteraufnahmevermögen ausgestattet präsentierte sich die Tochter des altbekannte RSH-Vererbers „Brigade“ von der Bähnke-de la Motte GbR, die trotz ihrer imposanten Erscheinung elegant und harmonisch in den Übergängen wirkte. Auch der Titel der besten Euterkuh wurde ihr Zuteil. Auf sehr guten Fundamenten mit feinen, ganz klaren Sprunggelenken durch den Ring bewegte sich „Rispe“, eine „Duran P“-Tochter von Hans Sach, die sich damit auf 1b einreihte. Hinter ihr in dieser Klasse kapitaler Kühe Aufstellung bezog die „Brawler“-Tochter „Rebhuhn“ von der Halske KG auf dem 1c Rang.

In der Siegerauswahl der mittleren Klassen lobte Christian Fischer alle aufmarschierten, weit in der Entwicklung stehenden Kühe für ihre Kraft und Futteraufnahmekapazität. Auch die Euter der sechs Damen ließen wenig Wünsche offen: „Das ist genau die Kuh, die wir züchten wollen!“ lobte Fischer die Züchter im Kreisgebiet. Die beste der sechs konnte sich anschließend die Schärpe für den Siegertitel der mittleren Kuhklassen umhängen lassen: Sina, die „Doorman“-Tochter von der Halske KG mit der Nr. 59 konnte an diesem Tag einfach durch ihre überragend tiefe Rippenpartie bestechen. Sie verwies damit „Loh Daisy“ von Ute und Hans-Jürgen auf den Reservesiegerplatz.

„Checkmate“ zeigt seine Töchter

Wie zu jeder Kreisrinderschau ließ es sich die RSH auch in Merkendorf nicht nehmen, einige Töchter des Bullen Checkmate am Ring auszustellen, die am lebendigen Beweis zeigen, für welche Atrribute ihr Vater in der Vererbung steht. Checkmate, ein Aikman-Sohn aus der Familie der mit 90 Punkten exzellent bewerteten „Lacrest Outside Champagne“, ist ein außergewöhnlicher Rotfaktorbulle der seinen Töchtern positive Milchinhaltsstoffe mit auf den Weg gibt. Seine Töchter zeigen sich als mittelrahmige und sehr funktionelle Kühe den gewünscht trockenen Fundamenten. Ein echtes „Ass im Ärmel“ gibt er seinen Töchtern zur Verbesserung ihrer Klauengesundheit und Resistenz gegen Mortellaro-Infektionen mit auf den Weg, denn hier trumpft er mit seinen neuen Gesundheitszuchtwerten RZKlaue 116 und DDcontrol 124 richtig auf.

Bewährte Schönheiten zum Abschluss

Die alten Kuhklassen mit fünf oder mehr Kalbungen bildeten den krönenden Abschluss der Schau in Merkendorf. Auch Christian Fischer musste zugeben, dass ihm gerade diese Kuhklassen beim Richten immer besondere Freude bereiten: „Diese Kühe haben nicht nur große Klasse, sie geben auch ein tolles Spiegelbild für unsere Zucht hier in Schleswig-Holstein ab“ kommentierte er den Einzug der Klasse zehn in den Ring. Hier siegte die mit viel Kraft und Stärke in der Vorhand ausgestattete, aber trotzdem harmonisch und fein wirkenden „Gräfin“, eine „Millow“-Tochter von Ute und Hans-Jürgen Wendt. Beste Euterkuh der Klasse wurde die 1b-Platzierte „Sea“-Tochter „Panama“ von Dirk Huhne. Ihr Euter war nach fünf Kälbern immer noch sehr fest angesetzt, dabei toll aufgehängt mit genügend Breite im Hintereuter. Junker Krause und seine „Prinzessin“, eine ebenfalls fünfkalbige Tochter des RSH-Altstars „Zabing“, kamen auf den dritten Rang in dieser Klasse. „Also diese tollen alten Damen lassen ihre sechs Kälber wirklich nicht vermuten“, so überraschten die Kühe der Klasse elf den Preisrichter mit ihrer jugendlichen Frische. „Time“-Tochter „Odeline“ von Dirk Huhne zeigte neben der angesprochenen Frische auch noch große Eleganz im Ring und ein perfekt ausbalanciertes, breites Euter und sicherte sich so den Klassensieg und den Titel der Euterkuh. Ein ebenfalls toll aufgehangenes und genügend breites Euter verhalfen der „Schamura“- Tochter „Oja“ von der Halske KG auf den 1b-Rang der Klasse, knapp vor der „Karsten“-Tochter „Madga“ von Junker Krause auf 1c, der damit ebenfalls eine weitere gute Platzierung einfahren konnte. Die letzte Klasse der traditionell ältesten Kühe der Schau, an diesem Abend die Klasse zwölf, wurde gewonnen von einer schmucken Dame von der Insel Fehmarn: „Goldwin“-Tochter „BS Lola“ hatte mit ihren acht Kälbern immer noch ein festes Euter über der Höhe des Sprunggelenks, somit bescherte sie Züchterin Elisabeth Weilandt aus Presen auf Fehmarn auch den Preis für die beste Euterkuh. Mit flüssigen Bewegungen auf korrekten Fundamenten konnte sich die „Korwin“-Tochter „Mass“ von Hans Sach den 1b-Rang sichern. Auf 1c folgte eine wirklich gute alte Bekannte, die „Calypso“-Tochter „Lustige“ von Dirk Huhne, die schon auf etlichen Landesschauen große Erfolge feiern konnte und vielen Schaukennern sicher ein Begriff ist.

„Wir haben hier eine ganz tolle Gruppe mit sechs altbewährten Kühen, aber wir haben auch eine Spitze mit zwei absoluten Ausnahmekühen hier vorne stehen“ kommentierte Christian Fischer die Aufstellung zur Siegerauswahl alt. „Odeline“ von „Time“ war es am Ende, die sich mit ihrer Eleganz, den harmonischen Übergängen und vor allem dem hervorragenden Euter den Titel sichern konnte. „Eine Ausnahmekuh“ sagte Christian Fischer verzückt. Reservesiegerin auf diesem sehr hohen Niveau wurde mit der Nr. 72 die „Millow“-Tochter „Gräfin“ von Ute und Hans-Jürgen Wendt.

Miss Ostholstein 2019

Zwei Titel standen nun noch im Raum, die bei allen Züchtern, die sich für die Auswahl qualifiziert hatten, natürlich immer größte Begehrlichkeiten wecken. Bei der Wahl zur besten Euterkuh zogen nun gleich zwölf Klassensiegerinnen wieder in den Ring. Kein einfacher Job für den Richter, sich hier einen genauen Überblick über die Vorzüge und Eigenheiten eines jeden einzelnen Euters zu machen. Doch Christian Fischer zog ganz professionell und nach eingehender Begutachtung die hornlose „Colt P“-Tochter „Toyota P“ von Karsten Adeberg ganz an die Spitze. „Das Euter ist fest angesetzt, hat eine tolle Strichverteilung und -platzierung und ist in seiner Entwicklung absolut altersgerecht“ begründete er seine Entscheidung. Nun ging es also nur noch um den wichtigsten Titel des gesamten Abends: Wer wird die neue Miss Ostholstein- die schönste Kuh an der Ostseeküste? Dafür hatten die acht Sieger- und Reservesiegerkühe nochmal Aufstellung im Ring genommen, und Christian Fischer machte es für das Publikum nochmals ordentlich spannend. Er schritt in aller Ruhe um die Kühe herum, ging im Ring auf und ab, vom Applaus des Publikums begleitet. Erst nach langen Minuten fiel der erlösende Klaps auf das Hinterteil mit der Nr. 79, die „Time“-Tochter „Odeline“ als Siegerin der alten Kuhklassen holte auch den Titel des Grand Champion an den Bungsberg in den Stall von Dirk Huhne. Ein wirklich überaus erfolgreicher Abend für diesen Zuchtbetrieb.

Zu guter Letzt gilt es natürlich auch noch einmal seitens des Kreisvereins der Holsteinzüchter in Ostholstein herzlich „Dankeschön“ zu sagen für die zahlreichen fleißigen Hände der RSH und des Reitbetriebs der Familie Behrens in Merkendorf, die nicht nur die Reithalle für die Schau zur Verfügung stellten, sondern sich auch hervorragend um das leibliche Wohl der Besucher gekümmert haben. Ein Dank gilt auch den Beschickern für ihren Fleiß und die Arbeit, die sie in ihre Schauteilnahme investiert haben und an die wirklich sehr großzügigen Sponsoren, die durch die vielen tollen Ehrenpreise und Sachspenden den Beschickern einen Lohn für ihre Mühen ermöglichen. Wir freuen uns schon jetzt bereits auf die nächste Ausgabe der Schau „das Beste aus Ostholstein“, wenn wieder einmal die schönste Kuh an der Ostseeküste gesucht wird.

 

Text: Melanie Gockel, RSH eG

Bilder: Christine Massfeller, Melanie Gockel